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Sicherheiten und Förderung

Förderkredite von KfW und ERP: Wer sie bekommt und wie

KfW- und ERP-Förderkredite laufen über Ihre Bank, nicht direkt über die KfW. Welche Programme es gibt, wer berechtigt ist und wie der Antrag läuft.

Veröffentlicht am 2. Oktober 2026 · aktualisiert am 2. Oktober 2026 · 7 Min. Lesezeit

Kurz beantwortet

KfW- und ERP-Förderkredite beantragen Sie nicht bei der KfW, sondern über eine Bank oder Sparkasse, und zwar vor Beginn des Vorhabens. Beim ERP-Förderkredit KMU liegt die Grenze bei 25 Millionen Euro je Vorhaben, in der Variante mit Haftungsfreistellung (366) bei Betriebsmitteln und Warenlager bei 7,5 Millionen Euro. Berechtigt sind kleine und mittlere Unternehmen mit weniger als 250 Beschäftigten. Zinssatz und Sicherheiten legt Ihr Finanzierungspartner nach Ihrer Bonität fest.

Das Wichtigste

  • Förderkredite der KfW werden über Banken und Sparkassen ausgereicht, nie direkt von der KfW an das Unternehmen.
  • Der Antrag muss vor Beginn des Vorhabens gestellt werden; bereits begonnene Vorhaben sind nicht förderfähig.
  • Der ERP-Förderkredit KMU finanziert bis zu 100 Prozent der förderfähigen Kosten, bei Laufzeiten von 2 bis 20 Jahren.
  • Bonität und Sicherheiten bestimmen weiterhin die Konditionen, denn die Bank trägt das Kreditrisiko mit.
  • Für schnelle Betriebsmittel oder kleine Beträge ist ein klassischer Firmenkredit oft der kürzere Weg.

Was sind KfW- und ERP-Förderkredite?

Förderkredite sind Darlehen, deren Refinanzierung die KfW übernimmt. Das ERP-Sondervermögen verbilligt zusätzlich den Zinssatz bestimmter Programme. Die Bank bleibt Ihr Vertragspartner und reicht das Darlehen an Sie aus. Die KfW selbst schließt keinen Vertrag mit dem einzelnen Unternehmen.

Das Merkblatt zum ERP-Förderkredit KMU nennt als Ziel die zinsgünstige Finanzierung von Gründungen, Nachfolgen und Vorhaben im In- und Ausland. Gefördert werden Investitionen, Betriebsmittel, Warenlager sowie Übernahmen und Beteiligungen. Besonders günstige Zinsen sollen Vorhaben in Regionalfördergebieten und junge Unternehmen erhalten, die weniger als fünf Jahre am Markt sind.

Wichtig für die Einordnung: Ein Förderkredit ist kein Zuschuss. Sie zahlen ihn mit Zinsen zurück, und die Bank prüft Ihre wirtschaftlichen Verhältnisse genauso wie bei jedem anderen Kredit. Der Vorteil liegt in der günstigeren Refinanzierung, in langen Laufzeiten und in tilgungsfreien Anlaufjahren. Eine Garantie auf Bewilligung gibt es nicht.

Wer kann einen Förderkredit beantragen?

Antragsberechtigt sind laut Merkblatt natürliche Personen, mehrheitlich private juristische Personen und rechtsfähige Personengesellschaften. Sie müssen gewerblich oder freiberuflich tätig sein oder eine solche Tätigkeit aufnehmen. Gefördert werden kleine und mittlere Unternehmen nach der Definition der EU-Kommission.

Die Grenzen dieser Definition: weniger als 250 Beschäftigte und entweder höchstens 50 Millionen Euro Jahresumsatz oder höchstens 43 Millionen Euro Bilanzsumme. Für die meisten Firmen, die bei Vionor anfragen, spielt diese Grenze keine Rolle. Sie liegen weit darunter.

Natürliche Personen müssen zusätzlich fachliche und kaufmännische Qualifikation sowie hinreichenden unternehmerischen Einfluss nachweisen. Ausgeschlossen sind unter anderem Umschuldungen und Nachfinanzierungen bereits begonnener oder abgeschlossener Vorhaben, stille Beteiligungen und die Finanzierung von Wohngebäuden. Außerdem gilt die De-minimis-Regel: Beihilfen dieser Art dürfen innerhalb von drei Jahren insgesamt 300.000 Euro nicht übersteigen.

Welche Programme passen zu welchem Vorhaben?

Für bestehende Unternehmen ist der ERP-Förderkredit KMU das Standardprogramm. Er kommt in zwei Varianten: Programm 365 ohne Haftungsfreistellung und Programm 366 mit Haftungsfreistellung. Bei 366 übernimmt die KfW 50 Prozent des Risikos der Bank, verlangt dafür aber Jahresabschlüsse von zwei vollständigen Geschäftsjahren.

Für junge Unternehmen und Gründungen gibt es den ERP-Gründerkredit StartGeld (067). Laut KfW-Programmseite liegt der Höchstbetrag bei 200.000 Euro, davon bis zu 80.000 Euro für Betriebsmittel. Die KfW übernimmt 80 Prozent des Kreditrisikos. Das Programm richtet sich an Unternehmen, die höchstens fünf Jahre am Markt sind.

Zwei KfW-Programme im Überblick (Stand der Merkblätter bzw. Programmseite, Konditionen prüfen)
MerkmalERP-Förderkredit KMU (365/366)ERP-Gründerkredit StartGeld (067)
ZielgruppeKMU, Einzelunternehmen, FreiberuflerGründer, Nachfolger, junge Unternehmen bis 5 Jahre
Höchstbetrag25 Mio. € je Vorhaben; bei 366 für Betriebsmittel und Warenlager max. 7,5 Mio. €200.000 €, davon bis 80.000 € Betriebsmittel
Laufzeit2 bis 20 Jahre, je nach Verwendungszweckbis zu 5 oder bis zu 10 Jahre (mindestens 2 Jahre)
Tilgungsfreie Anlaufzeitbis 1, 2 oder 3 Jahre je nach Laufzeitbis 1 Jahr (5 Jahre) oder bis 2 Jahre (10 Jahre)
Risikoübernahme der KfWnur bei 366: 50 %80 %

Wie läuft der Antrag über die Hausbank ab?

Die KfW gewährt diese Kredite ausschließlich über Finanzierungspartner. Ihren Antrag stellen Sie bei einer Bank oder Sparkasse Ihrer Wahl, und zwar vor Beginn des Vorhabens. Wer schon Verträge unterschrieben oder die Maschine bestellt hat, riskiert, dass das Vorhaben nicht mehr förderfähig ist. Sprechen Sie die Bank also an, bevor Sie verbindlich bestellen.

Die Bank prüft Ihre Bonität, bewertet Sicherheiten und ordnet den Kredit einer von der KfW vorgegebenen Preisklasse zu. Der Zinssatz wird am Tag der Zusage festgesetzt. Die meisten Angaben für die KfW werden automatisiert abgefragt. Zusätzlich verlangt die Bank unter anderem eine Selbsterklärung zur KMU-Definition und die De-minimis-Erklärung.

Nach der Zusage haben Sie beim Programm 365 36 Monate Zeit, den Betrag abzurufen, beim Programm 366 12 Monate (im Einzelfall verlängerbar). Für den noch nicht abgerufenen Betrag fällt in beiden Programmen ab sechs Monaten nach der Zusage eine Bereitstellungsprovision von 0,15 Prozent pro Monat an. Außerplanmäßige Tilgungen sind nur gegen Vorfälligkeitsentschädigung möglich.

Was kostet ein Förderkredit und welche Sicherheiten gelten?

Der Zinssatz richtet sich nach dem Kapitalmarkt und wird vom Finanzierungspartner unter Berücksichtigung Ihrer Bonität und der Werthaltigkeit der Sicherheiten festgelegt. Jede Preisklasse hat eine feste Obergrenze. Ihr individueller Satz kann darunter liegen. Aktuelle Höchstsätze veröffentlicht die KfW in ihrer Konditionenübersicht, deshalb nennt dieser Ratgeber bewusst keine Zahl.

Für den Kredit sind bankübliche Sicherheiten zu stellen. Form und Umfang vereinbaren Sie mit der Bank. Genau hier setzt die Haftungsfreistellung an: Sie entlastet die Bank, ersetzt aber keine Sicherheiten und keine Bonitätsprüfung. Fehlen Sicherheiten, kann eine Bürgschaft helfen, wie im Ratgeber Bürgschaftsbank beschrieben.

Rechenbeispiel: Wie verteilt sich die Tilgung?

Beispiel, kein Angebot: Ein Betrieb finanziert eine Maschine für 120.000 Euro mit einem ERP-Förderkredit KMU über 10 Jahre. Die Laufzeitvariante erlaubt höchstens zwei Tilgungsfreijahre. In diesen zwei Jahren zahlt der Betrieb nur die Zinsen auf den ausgezahlten Betrag.

Danach wird vierteljährlich in gleich hohen Raten getilgt. Es bleiben acht Jahre, also 32 Quartale. Die reine Tilgung beträgt 120.000 Euro geteilt durch 32, das sind 3.750 Euro je Quartal. Die Zinsen kommen je nach Konditionen hinzu. Die Liquidität ist in den ersten zwei Jahren entlastet, später muss die volle Rate aus dem laufenden Ergebnis kommen.

Förderkredit oder Firmenkredit: Was passt wann?

Ein Förderkredit lohnt sich vor allem bei größeren, planbaren Investitionen mit langer Laufzeit. Der Aufwand ist höher, weil Antrag, Erklärungen und Bankprüfung zusammenkommen. Für kleinere Beträge, kurze Laufzeiten oder Betriebsmittel mit Zeitdruck ist ein marktüblicher Firmenkredit oft schneller.

Vionor vermittelt keine KfW-Programme und vergibt selbst keine Kredite. Ihre Anfrage für 10.000 bis 500.000 Euro bei 6 bis 60 Monaten Laufzeit gibt Vionor an passende Finanzierungspartner weiter, ob ein Angebot entsteht, entscheidet der Partner nach seiner Prüfung. Die Anfrage ist kostenlos. Als Orientierung gelten mindestens zwölf Monate Geschäftstätigkeit und 50.000 Euro Jahresumsatz. Der Ablauf ist im Ratgeber Unternehmenskredit beantragen beschrieben.

Förderkredit und marktüblicher Firmenkredit im Vergleich
KriteriumKfW-/ERP-FörderkreditFirmenkredit über Vionor-Partner
Antrag beiHausbank oder Sparkasse, vor VorhabenbeginnOnline-Anfrage, Angebot eines Finanzierungspartners
Typische Laufzeit2 bis 20 Jahre6 bis 60 Monate
Betragsrahmenbis 25 Mio. € je Vorhaben (KMU)10.000 bis 500.000 €
Verwendungan Vorhaben gebunden, nicht für Umschuldungje nach Partner, auch Betriebsmittel
KonditionenPreisklasse der KfW, Bank legt Satz festAngebot des Partners nach Bonitätsprüfung

Dieser Beitrag wurde mit KI-Unterstützung erstellt und vor der Veröffentlichung automatisch auf unsere redaktionellen Regeln geprüft: keine Zinsversprechen, keine Zusagen, nur geprüfte Quellen. Allgemeine Orientierung. Eine individuelle betriebswirtschaftliche, rechtliche oder steuerliche Beratung kann dieser Ratgeber nicht ersetzen.

FAQ

Häufige Fragen

Was Unternehmen zu diesem Thema am häufigsten fragen, kurz beantwortet.

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Kann ich einen KfW-Kredit direkt bei der KfW beantragen?

Nein. Die KfW reicht Kredite aus diesen Programmen über Finanzierungspartner aus, also Banken und Sparkassen. Ihren Antrag stellen Sie bei einem Institut Ihrer Wahl, und zwar vor Beginn des Vorhabens. Die Bank prüft Bonität und Sicherheiten und leitet den Antrag an die KfW weiter.

Gibt es den ERP-Förderkredit KMU auch für Selbstständige?

Ja. Das Merkblatt nennt ausdrücklich Einzelunternehmen und Freiberufler als Zielgruppe, sofern sie als kleines oder mittleres Unternehmen gelten. Natürliche Personen müssen zusätzlich fachliche und kaufmännische Qualifikation nachweisen. Für Gründer und junge Unternehmen bis fünf Jahre kommt auch StartGeld in Betracht.

Wie hoch ist der Zinssatz eines Förderkredits?

Das hängt vom Tag der Zusage, Ihrer Bonität und den Sicherheiten ab. Die KfW gibt Preisklassen mit Höchstsätzen vor, der individuelle Satz kann darunter liegen. Aktuelle Werte stehen in der Konditionenübersicht der KfW. Eine pauschale Zahl wäre irreführend, deshalb nennt dieser Ratgeber keine.

Darf ich schon bestellen, bevor der Förderkredit zugesagt ist?

Das ist riskant. Der Antrag muss vor Beginn des Vorhabens gestellt werden, und bereits begonnene Vorhaben sind laut Merkblatt von Umschuldung und Nachfinanzierung ausgeschlossen. Klären Sie mit Ihrer Bank, was als Vorhabenbeginn gilt, bevor Sie Verträge unterschreiben oder anzahlen.

Brauche ich für einen Förderkredit keine Sicherheiten?

Doch. Das Merkblatt verlangt bankübliche Sicherheiten, deren Form und Umfang Sie mit der Bank vereinbaren. Die Haftungsfreistellung der KfW senkt das Risiko der Bank, ersetzt aber weder Sicherheiten noch die Bonitätsprüfung. Wenn Sicherheiten fehlen, kann eine Bürgschaftsbank ein möglicher Baustein sein.

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