Bonität und Unterlagen
Businessplan für den Kredit: Wann er wirklich nötig ist
Wann Finanzierungspartner einen Businessplan für den Kredit verlangen, wann eine Liquiditätsplanung genügt und was in den Finanzteil gehört.
Veröffentlicht am 3. Oktober 2026 · 8 Min. Lesezeit
Kurz beantwortet
Einen Businessplan verlangen Finanzierungspartner vor allem dann, wenn es noch keine aussagekräftigen Zahlen gibt oder das Vorhaben das Geschäft grundlegend verändert: bei Gründung, Übernahme, neuem Geschäftsfeld oder einer großen Investition. Bei einem etablierten Betrieb mit laufender Buchhaltung genügt für einen Betriebsmittel- oder Überbrückungskredit meist eine Liquiditätsplanung. Sie zeigt, dass die Rate in jedem Monat aus den Einnahmen bezahlt werden kann.
Das Wichtigste
- Gesetzlich vorgeschrieben ist ein Businessplan nicht; Finanzierungspartner verlangen ihn, wenn Zahlen aus der Vergangenheit fehlen oder nicht mehr aussagekräftig sind.
- Bei etablierten Betrieben zählen vor allem BWA, Jahresabschluss und Kontoauszüge, ergänzt um eine Liquiditätsplanung.
- Der Finanzteil eines Businessplans besteht aus Kapitalbedarf, Finanzierungsplan, Ertragsvorschau und Liquiditätsplan.
- Jede Annahme im Plan sollte belegt sein, etwa durch Aufträge, Angebote oder Vorjahreszahlen.
- Eine Liquiditätsplanung zeigt in wenigen Zeilen, ob die Rate auch in schwachen Monaten tragbar ist.
Braucht man für einen Kredit einen Businessplan?
Für einen Kredit braucht man nicht immer einen Businessplan, sondern einen nachvollziehbaren Beleg, dass die Rate bezahlt werden kann. Ein Businessplan ist ein schriftliches Konzept mit Textteil und Finanzteil, das Ziele, Markt, Organisation und Finanzierung eines Unternehmens beschreibt. Das Existenzgründungsportal des Bundes weist darauf hin, dass es keine gesetzliche Pflicht dazu gibt. Wer Kapitalgeber überzeugen will, kommt laut Portal aber kaum an ihm vorbei.
Ob ein Finanzierungspartner einen Businessplan verlangt, hängt davon ab, wie viel er aus der Vergangenheit ablesen kann. Hat ein Betrieb mehrere Jahre Buchhaltung, Abschlüsse und Kontoverläufe, beantworten diese Unterlagen die meisten Fragen. Fehlen solche Zahlen oder ändert das Vorhaben das Geschäft grundlegend, muss der Plan die Lücke füllen.
Die Frage lautet deshalb nicht Businessplan ja oder nein, sondern: Was muss ich zusätzlich zu meinen Zahlen erklären? Bei einem Kredit für Material reicht oft eine Liquiditätsplanung. Bei einer Übernahme braucht es ein vollständiges Konzept mit Planrechnung.
Wann verlangt die Bank einen Businessplan?
Einen Businessplan verlangt die Bank vor allem bei Gründung, Unternehmensnachfolge, neuen Geschäftsfeldern und großen Investitionen. In all diesen Fällen sagen die bisherigen Zahlen wenig über die Zukunft aus. Ein Gründer hat noch keine Abschlüsse, ein Nachfolger übernimmt fremde Zahlen, ein neues Geschäftsfeld hat noch keinen Umsatz. Der Plan zeigt, wie das Vorhaben Geld verdienen soll.
Auch bei Förderkrediten für Gründung und Nachfolge spielt ein Konzept eine große Rolle. Beim ERP-Förderkredit Gründung und Nachfolge der KfW beantragt der Finanzierungspartner zusätzlich eine Garantie bei der zuständigen Bürgschaftsbank. Damit prüfen zwei Stellen das Vorhaben. Einen Überblick über diese Programme bietet der Ratgeber Förderkredite von KfW und ERP.
Bei etablierten Betrieben mit laufender Buchhaltung ist ein Businessplan die Ausnahme. Hier fragt der Finanzierungspartner nach BWA, Jahresabschluss oder EÜR, Kontoauszügen und Verbindlichkeiten. Zusätzlich hilft eine kurze Beschreibung des Vorhabens und eine Planung der Liquidität. Die Tabelle ordnet typische Situationen ein.
| Situation | Was üblicherweise gefragt wird | Warum |
|---|---|---|
| Gründung | Vollständiger Businessplan mit Finanzteil | Es gibt noch keine Zahlen aus der Vergangenheit |
| Übernahme oder Nachfolge | Businessplan mit Planrechnung und Zahlen des übernommenen Betriebs | Die Zukunft hängt von neuer Führung und Kaufpreis ab |
| Neues Geschäftsfeld, große Investition | Konzept für das Vorhaben, Investitions- und Ertragsplanung | Der Rückfluss kommt aus Umsätzen, die es noch nicht gibt |
| Etablierter Betrieb, Betriebsmittel | Aktuelle Zahlen plus Liquiditätsplanung | Die Vergangenheit trägt die Prognose |
| Etablierter Betrieb, Überbrückung | Aktuelle Zahlen, Forderungsliste, Liquiditätsplanung | Es geht um eine zeitliche Lücke, nicht um ein neues Geschäft |
Wann genügt eine Liquiditätsplanung?
Eine Liquiditätsplanung genügt, wenn ein bestehender Betrieb einen Kredit für einen klar umrissenen Zweck aus seinem laufenden Geschäft zurückzahlt. Liquiditätsplanung heißt, alle erwarteten Einzahlungen und Auszahlungen Monat für Monat gegenüberzustellen. Sie beantwortet die Frage, die den Finanzierungspartner am meisten interessiert: Ist in jedem Monat genug Geld für die Rate da?
Ein Beispiel ohne Zinssatz: Ein Betrieb fragt im Beispiel 60.000 Euro für 24 Monate an, die Rate laut Beispielangebot beträgt 2.700 Euro im Monat, also 8.100 Euro im Quartal. Er startet mit 15.000 Euro auf dem Konto. Die Tabelle zeigt seine Planung nach Quartalen. Im ersten und vierten Quartal sinkt der Kontostand, er bleibt aber stets deutlich über null.
Wichtig ist der niedrigste Punkt der Planung, nicht der Durchschnitt. Im Beispiel liegt er nach dem ersten Quartal bei 12.900 Euro. Damit ist auch ein verspäteter Zahlungseingang abgefedert. Wie Sie eine solche Planung Schritt für Schritt aufbauen, zeigt der Leitfaden Liquidität planen; rechnen können Sie mit dem Liquiditätsrechner.
| Quartal | Einzahlungen | Auszahlungen inkl. Rate | Kontostand am Ende |
|---|---|---|---|
| Start | – | – | 15.000 Euro |
| 1. Quartal | 90.000 Euro | 92.100 Euro | 12.900 Euro |
| 2. Quartal | 120.000 Euro | 103.100 Euro | 29.800 Euro |
| 3. Quartal | 110.000 Euro | 106.100 Euro | 33.700 Euro |
| 4. Quartal | 80.000 Euro | 94.100 Euro | 19.600 Euro |
Was gehört in einen Businessplan für die Bank?
Ein Businessplan für die Bank besteht aus einem Textteil und einem Finanzteil. Der Textteil beschreibt Geschäftsidee, Angebot, Markt und Wettbewerb, Vertrieb, Organisation und die Personen, die das Unternehmen führen. Der Finanzteil übersetzt diese Beschreibung in Zahlen. Banken lesen meist zuerst den Finanzteil und prüfen dann, ob der Text ihn erklärt.
Die IHK Limburg nennt als Bausteine Kapitalbedarf, Liquidität und Ertragsvorschau, ergänzt um die Finanzierungsplanung. Die Kapitalbedarfsplanung ermittelt, wie viel Geld für Investitionen und Anlaufkosten gebraucht wird. Der Finanzierungsplan zeigt, wie dieser Bedarf aus Eigenkapital, Krediten und Fördermitteln gedeckt wird. Die Ertragsvorschau, auch Rentabilitätsvorschau genannt, schätzt den Gewinn, und die Liquiditätsplanung stellt sicher, dass jederzeit genug Geld vorhanden ist.
Bei Einzelunternehmen und Personengesellschaften gehört ein weiterer Punkt dazu. Der Gewinn muss auch die private Lebensführung der Inhaber und ihre soziale Absicherung tragen. Ein Plan, der nach Abzug der Kreditrate keinen Spielraum dafür lässt, überzeugt keinen Finanzierungspartner.
- Zusammenfassung des Vorhabens auf einer Seite
- Angebot, Zielgruppe, Markt und Wettbewerb
- Vertrieb, Preise und Organisation
- Personen in der Führung und ihre Erfahrung
- Kapitalbedarf und Finanzierungsplan
- Ertragsvorschau für mindestens die ersten Jahre
- Liquiditätsplanung auf Monatsbasis für das erste Jahr
Wie wird der Finanzteil für den Kreditantrag überzeugend?
Ein Finanzteil überzeugt, wenn jede wichtige Annahme nachvollziehbar belegt ist. Ein geplanter Umsatz sollte sich auf vorhandene Aufträge, Rahmenverträge, Vorjahreszahlen oder eine nachvollziehbare Kalkulation stützen. Geplante Kosten sollten auf Angeboten, Mietverträgen und Lohnabrechnungen beruhen. Wer Annahmen offenlegt, wirkt glaubwürdiger als jemand mit runden Wunschzahlen.
Hilfreich ist eine zweite, vorsichtige Rechnung. Zeigen Sie, was passiert, wenn der Umsatz deutlich niedriger ausfällt oder Kunden später zahlen. Ein Plan, der auch dann die Rate trägt, ist für einen Finanzierungspartner viel wertvoller als ein besonders optimistischer. Geben Sie an, welche Maßnahmen Sie in diesem Fall ergreifen würden.
Achten Sie darauf, dass alle Teile zusammenpassen. Der Kapitalbedarf muss mit dem Finanzierungsplan übereinstimmen, die Ertragsvorschau mit der Liquiditätsplanung. Abschreibungen mindern den Gewinn, aber nicht das Konto, Kreditraten mindern das Konto, aber nur mit dem Zinsanteil den Gewinn. Wie Sie eine Investition mit Nutzungsdauer und Rückfluss planen, zeigt der Ratgeber Investition planen.
Häufige Fehler: Worauf Sie beim Businessplan achten sollten
Der häufigste Fehler ist ein Plan ohne Liquiditätsplanung. Viele Businesspläne zeigen einen Jahresgewinn, aber nicht, wann das Geld tatsächlich fließt. Ein Betrieb kann auf dem Papier profitabel sein und trotzdem in einzelnen Monaten zahlungsunfähig werden. Planen Sie deshalb Monat für Monat.
Ein zweiter Fehler sind zu optimistische Umsätze in den ersten Monaten. Neue Kunden zahlen oft später, Aufträge verzögern sich, Anlaufkosten sind höher als erwartet. Rechnen Sie Puffer ein und kennzeichnen Sie, welche Zahlen gesichert und welche geschätzt sind.
Drittens werden etablierte Betriebe oft mit einem umfangreichen Businessplan aufgehalten, den niemand verlangt hat. Für einen Betriebsmittelkredit ist eine saubere Liquiditätsplanung mit aktuellen Zahlen meist wirkungsvoller als fünfzig Seiten Text. Fragen Sie im Zweifel nach, welche Unterlagen der Finanzierungspartner wirklich braucht.
- Liquidität Monat für Monat planen, nicht nur den Jahresgewinn
- Umsatzannahmen mit Aufträgen, Verträgen oder Vorjahreszahlen belegen
- Eine vorsichtige zweite Rechnung mit weniger Umsatz beilegen
- Kapitalbedarf und Finanzierungsplan auf denselben Betrag abstimmen
- Private Entnahmen bei Einzelunternehmen und Personengesellschaften einplanen
Wie funktioniert eine Anfrage über Vionor?
Vionor ist ein Kreditvermittler für Unternehmen und vergibt selbst keine Kredite. Über Vionor fragen bestehende Unternehmen einen Firmenkredit von 10.000 bis 500.000 Euro mit einer Laufzeit von 6 bis 60 Monaten an. Die Anfrage ist kostenlos, unverbindlich und löst keine SCHUFA-Abfrage aus. Der Finanzierungspartner kann bei seiner Prüfung Auskünfte einholen.
Voraussetzung sind ein Sitz in Deutschland und mindestens sechs Monate Geschäftstätigkeit; jüngere Unternehmen können nicht anfragen. Als Orientierung gelten 50.000 Euro Jahresumsatz; liegt der Umsatz darunter, wird der Einzelfall geprüft. Für Gründungen sind Förderkredite und Bürgschaftsbanken meist der passendere Weg, wie die Seite Kredit für Existenzgründer erklärt.
Für die Prüfung beim Finanzierungspartner werden vor allem aktuelle Zahlen, Kontoauszüge und ein Verbindlichkeitenspiegel benötigt. Ein Businessplan gehört nicht zu den Pflichtunterlagen. Eine kurze Beschreibung des Vorhabens und eine Liquiditätsplanung helfen aber, die Anfrage schnell einzuordnen.
Fazit: Den Plan an die Frage des Kreditgebers anpassen
Ein Businessplan ist dann nötig, wenn Ihre bisherigen Zahlen die Zukunft nicht erklären: bei Gründung, Übernahme, neuem Geschäftsfeld oder großer Investition. In allen anderen Fällen zählen aktuelle Zahlen und eine ehrliche Liquiditätsplanung mehr als ein umfangreiches Konzept.
Entscheidend ist immer dieselbe Frage: Kann die Rate in jedem Monat bezahlt werden? Wer sie mit belegten Zahlen beantwortet, hat die wichtigste Arbeit erledigt. Bei steuerlichen Fragen zur Planrechnung hilft Ihre Steuerberatung.
Dieser Beitrag wurde mit KI-Unterstützung erstellt und vor der Veröffentlichung automatisch auf unsere redaktionellen Regeln geprüft: keine Zinsversprechen, keine Zusagen, nur geprüfte Quellen. Allgemeine Orientierung. Eine individuelle betriebswirtschaftliche, rechtliche oder steuerliche Beratung kann dieser Ratgeber nicht ersetzen.
FAQ
Häufige Fragen
Was Unternehmen zu diesem Thema am häufigsten fragen, kurz beantwortet.
Ihre Frage ist nicht dabei?
Schreiben Sie uns. Es antwortet die Person, die auch Ihre Anfrage bearbeitet.
E-Mail schreibenBraucht man einen Businessplan für einen Firmenkredit?
Nicht immer. Bei etablierten Betrieben mit laufender Buchhaltung genügen meist aktuelle Zahlen, Kontoauszüge und eine Liquiditätsplanung. Einen Businessplan verlangen Finanzierungspartner vor allem bei Gründung, Übernahme, neuem Geschäftsfeld oder großer Investition.
Was will die Bank im Businessplan sehen?
Die Bank will vor allem sehen, dass das Vorhaben die Rate dauerhaft trägt. Dafür prüft sie Kapitalbedarf, Finanzierungsplan, Ertragsvorschau und Liquiditätsplanung und ob die Annahmen belegt sind. Der Textteil muss die Zahlen erklären.
Was ist der Unterschied zwischen Finanzplan und Liquiditätsplan?
Der Finanzplan ist der gesamte Finanzteil eines Businessplans mit Kapitalbedarf, Finanzierung, Ertragsvorschau und Liquidität. Der Liquiditätsplan ist ein Teil davon und zeigt Monat für Monat, ob Einzahlungen die Auszahlungen decken.
Wie weit muss ein Businessplan für den Kredit in die Zukunft reichen?
Üblich ist eine Ertragsvorschau über die ersten Jahre und eine monatliche Liquiditätsplanung für das erste Jahr. Sinnvoll ist, dass die Planung mindestens die Laufzeit des Kredits abdeckt, damit jede Rate darin vorkommt.
Ist ein Businessplan gesetzlich vorgeschrieben?
Nein. Nach dem Existenzgründungsportal des Bundes gibt es keine gesetzliche Pflicht. Kapitalgeber verlangen ihn aber häufig, wenn sie das Vorhaben nicht aus vorhandenen Zahlen beurteilen können.
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