Zum Inhalt springen
Vionor

Kosten und Angebote

Kreditangebote vergleichen: Zwei oder drei Offerten nebeneinander

Firmenkredit-Angebote richtig vergleichen: Gesamtkosten, Gebühren, Sondertilgung und Sicherheiten, mit Rechenbeispiel für drei Offerten in Euro.

Veröffentlicht am 3. Oktober 2026 · 7 Min. Lesezeit

Kurz beantwortet

Vergleichen Sie Angebote nicht über die Rate, sondern über die Gesamtkosten in Euro: alle Raten plus alle Gebühren minus den Betrag, der tatsächlich auf Ihrem Konto ankommt. Prüfen Sie dann Sondertilgung, Sicherheiten und Laufzeit. Das Angebot mit der niedrigsten Rate ist oft nicht das günstigste.

Das Wichtigste

  • Rechnen Sie jedes Angebot auf dieselbe Basis um: Summe aller Zahlungen minus tatsächlich ausgezahlter Betrag.
  • Die niedrigste Monatsrate kann das teuerste Angebot sein, wenn hohe Gebühren anfallen.
  • Ein Monatssatz ist nicht einfach ein Zwölftel eines Jahressatzes. Rechnen Sie ihn einheitlich um.
  • Sondertilgung, Entgelt bei vorzeitiger Rückzahlung und verlangte Sicherheiten gehören in dieselbe Tabelle wie die Zahlen.
  • Vionor vermittelt nur und legt keine Konditionen fest. Die Prüfung und das Angebot kommen vom Finanzierungspartner.

Was gehört in den Vergleich zweier Angebote?

Ein Angebot besteht aus mehr als einem Zinssatz. Wer zwei oder drei Offerten vergleicht, braucht für jede dieselben Eckdaten, sonst vergleicht er Äpfel mit Birnen. Legen Sie die Angebote nebeneinander und schreiben Sie die Werte in eine gemeinsame Tabelle.

Rechtlich ist ein Firmenkredit ein Darlehen nach § 488 BGB: Der Darlehensgeber stellt den vereinbarten Betrag zur Verfügung, Sie zahlen Zinsen und tilgen. Was darüber hinaus vereinbart wird, etwa Gebühren oder Sicherheiten, steht im Vertrag und lässt sich vergleichen.

  • Kreditbetrag und tatsächlicher Auszahlungsbetrag
  • Laufzeit in Monaten und Höhe jeder Rate
  • Alle Gebühren: Bearbeitung, Bereitstellung, Kontoführung
  • Zinsbindung und ob der Zins fest oder variabel ist
  • Sondertilgung und Entgelt bei vorzeitiger Rückzahlung
  • Verlangte Sicherheiten und Bürgschaften

Warum ist die niedrigste Rate nicht das günstigste Angebot?

Die Monatsrate zeigt nur, was monatlich abgeht. Sie sagt nichts darüber, was zu Beginn abgezogen wird und was am Ende insgesamt zurückfließt. Ein Anbieter kann die Rate niedrig halten und dafür eine hohe Gebühr bei Auszahlung verlangen. Die Rate wirkt dann günstig, die Gesamtkosten sind es nicht.

Entscheidend ist der Preis des Geldes in Euro: Summe aller Zahlungen an den Kreditgeber minus der Betrag, den Sie tatsächlich erhalten haben. Wird eine Gebühr von der Auszahlung abgezogen, ist der erhaltene Betrag kleiner als der Kreditbetrag. Dann stehen Ihnen weniger Mittel zur Verfügung, obwohl Sie auf den vollen Betrag Raten zahlen.

Zusätzlich zählt der Zeitpunkt. Eine Gebühr, die Sie sofort zahlen, belastet Ihre Liquidität früher als eine Rate in Monat 30. Wer ohnehin knapp ist, sollte das bewerten.

Wie vergleiche ich Monatssatz, Jahressatz und Faktor?

Manche Angebote nennen einen Monatssatz, andere einen Jahressatz, wieder andere einen Faktor, mit dem der Kreditbetrag multipliziert wird. Diese Größen lassen sich nicht direkt gegenüberstellen. Ein Monatssatz mal zwölf ergibt nur einen nominalen Jahreswert. Weil Zinsen auf Zinsen anfallen, liegt der echte Jahreseffekt darüber.

Für Angebote an Unternehmen gilt die Preisangabenverordnung nicht automatisch. Sie regelt nach ihrem § 1 die Angabe von Preisen von Unternehmern gegenüber Verbrauchern. Ein Anbieter muss Ihnen als Unternehmen deshalb nicht zwingend einen effektiven Jahreszins nennen. Das macht die eigene Umrechnung wichtiger. Wie das Schritt für Schritt geht, steht im Ratgeber Effektivzins beim Firmenkredit.

Der einfachste Weg ist der Euro-Vergleich über die Gesamtkosten. Er funktioniert unabhängig davon, wie der Anbieter seinen Preis nennt. Nur wenn Laufzeiten stark abweichen, brauchen Sie zusätzlich einen Jahressatz, damit ein kurzer und ein langer Kredit vergleichbar werden.

Rechenbeispiel: Drei Angebote über 50.000 Euro

Das Beispiel nutzt frei gewählte Zahlen. Es zeigt die Rechenmethode und enthält weder Konditionen noch Angebote. Angenommen, Sie brauchen 50.000 Euro für 36 Monate und erhalten drei Offerten.

Angebot A: Rate 1.600 Euro, Bearbeitungsgebühr 1.000 Euro, die von der Auszahlung abgezogen wird. Sie erhalten 49.000 Euro. Die Raten summieren sich auf 36 mal 1.600, also 57.600 Euro. Der Preis des Geldes beträgt 57.600 minus 49.000, also 8.600 Euro.

Angebot B: Rate 1.620 Euro, keine Gebühr, volle Auszahlung von 50.000 Euro. Die Raten ergeben 58.320 Euro. Der Preis beträgt 8.320 Euro. B hat die höhere Rate als A, ist aber um 280 Euro günstiger: Die 20 Euro Mehrrate ergeben über 36 Monate 720 Euro, die Gebühr von A kostet 1.000 Euro.

Angebot C: Rate 1.560 Euro, dafür 2.500 Euro Bearbeitungsgebühr, die Sie bei Auszahlung gesondert überweisen. Die Raten ergeben 56.160 Euro, zusammen mit der Gebühr 58.660 Euro. Der Preis beträgt 8.660 Euro. C hat die niedrigste Rate und ist trotzdem das teuerste Angebot.

Beispielrechnung, frei gewählte Zahlen, keine Konditionen
PostenAngebot AAngebot BAngebot C
Monatsrate über 36 Monate1.600 €1.620 €1.560 €
Summe der Raten57.600 €58.320 €56.160 €
Gebühr1.000 € (abgezogen)0 €2.500 € (extra)
Tatsächlich erhaltener Betrag49.000 €50.000 €50.000 €
Alle Zahlungen insgesamt57.600 €58.320 €58.660 €
Preis des Geldes8.600 €8.320 €8.660 €

Welche Gebühren sollten Sie in den Angeboten suchen?

Gebühren stehen selten dort, wo man zuerst hinschaut. Suchen Sie im Angebot und in den Vertragsbedingungen gezielt nach allen Posten, die zusätzlich zu den Raten fließen. Die Bundesbank weist in ihrer Zinsstatistik ausdrücklich darauf hin, dass Zinssätze solche Kosten für Anfragen, Verwaltung, Dokumente, Garantien und Kreditversicherungen nicht enthalten. Ein genannter Zinssatz ist also nie der ganze Preis.

Fragen Sie bei jedem Angebot nach einer Aufstellung aller Entgelte in Euro. Lässt der Anbieter einen Posten offen, ist das ein Signal, nachzuhaken, bevor Sie unterschreiben.

  • Bearbeitungs- oder Abschlussgebühr, abgezogen oder extra
  • Bereitstellungs- oder Kontoführungsentgelt
  • Entgelt für Garantien, Versicherungen oder Bürgschaften
  • Gebühren für Vertragsänderungen oder Stundung
  • Entgelt bei vorzeitiger Rückzahlung

Wie wichtig sind Sondertilgung und vorzeitige Rückzahlung?

Wenn Sie damit rechnen, dass Aufträge oder Zahlungen früher eingehen, kann eine Sondertilgung die Kosten senken. Sie verringert die Restschuld, und auf eine kleinere Restschuld fallen weniger Zinsen an. Das gilt aber nur, wenn der Vertrag sie erlaubt und kein hohes Entgelt dafür verlangt.

Das Gesetz hilft hier nur begrenzt. Nach § 489 BGB können Sie ein Darlehen mit veränderlichem Zinssatz jederzeit mit drei Monaten Frist kündigen. Bei gebundenem Zinssatz gilt ein Kündigungsrecht unter anderem, wenn die Zinsbindung vor Ende der Laufzeit endet, und in jedem Fall nach zehn Jahren. Bei einem festen Zins über eine Laufzeit von 6 bis 60 Monaten gibt es also kein ordentliches gesetzliches Kündigungsrecht. Eine Kündigung aus wichtigem Grund (§ 314 BGB) bleibt möglich. Was sonst möglich ist, regelt der Vertrag.

Lassen Sie sich Sondertilgung und vorzeitige Rückzahlung deshalb schriftlich beschreiben, mit der Frage, was die Rückzahlung nach 12 oder 24 Monaten kosten würde. Nehmen Sie die Antwort in Ihre Vergleichstabelle auf.

Welche Sicherheiten und Bedingungen verlangt das Angebot?

Zwei Angebote mit gleichem Preis sind nicht gleichwertig, wenn eines eine persönliche Bürgschaft oder eine Sicherungsübereignung verlangt und das andere nicht. Sicherheiten binden Vermögen oder Haftung, auch wenn sie nichts kosten. Eine Gesellschafterbürgschaft kann Ihr Privatvermögen betreffen.

Prüfen Sie außerdem Auflagen wie die Pflicht zu regelmäßigen Auswertungen, Kündigungsrechte des Kreditgebers und Fälligkeitsklauseln. Nützliche Hintergründe liefern der Ratgeber Bürgschaftsbank und die Übersicht Sicherheiten im Ratgeber.

So legen Sie die Angebote nebeneinander

Gehen Sie in festen Schritten vor und rechnen Sie jeden Wert selbst nach. Verlassen Sie sich nicht auf Summen, die der Anbieter nennt. Eine ausführliche Anleitung zur Prüfung eines einzelnen Angebots finden Sie im Ratgeber Kreditangebot prüfen.

Über Vionor fragen Sie Firmenkredite von 10.000 bis 500.000 Euro mit Laufzeiten von 6 bis 60 Monaten an. Vionor ist Vermittler und kein Kreditgeber. Die Anfrage löst keine SCHUFA-Abfrage aus, die Bonitätsprüfung folgt später beim Finanzierungspartner. Nach der Anfrage werden BWA und SuSa als Pflichtunterlagen angefordert. Ein Angebot, das Sie danach erhalten, vergleichen Sie nach dem hier gezeigten Muster.

  • Auszahlungsbetrag und alle Gebühren je Angebot notieren
  • Raten mal Anzahl der Monate rechnen und Gebühren addieren
  • Tatsächlich erhaltenen Betrag abziehen: Preis des Geldes in Euro
  • Sondertilgung, Entgelte und Sicherheiten nebenan in die Tabelle schreiben
  • Rate gegen Ihren Cashflow prüfen, nicht nur gegen den Preis

Dieser Beitrag wurde mit KI-Unterstützung erstellt und vor der Veröffentlichung automatisch auf unsere redaktionellen Regeln geprüft: keine Zinsversprechen, keine Zusagen, nur geprüfte Quellen. Allgemeine Orientierung. Eine individuelle betriebswirtschaftliche, rechtliche oder steuerliche Beratung kann dieser Ratgeber nicht ersetzen.

FAQ

Häufige Fragen

Was Unternehmen zu diesem Thema am häufigsten fragen, kurz beantwortet.

Ihre Frage ist nicht dabei?

Schreiben Sie uns. Es antwortet die Person, die auch Ihre Anfrage bearbeitet.

E-Mail schreiben
Welche Kennzahl ist beim Vergleich von Kreditangeboten am wichtigsten?

Die Gesamtkosten in Euro: alle Zahlungen an den Kreditgeber minus der Betrag, den Sie tatsächlich erhalten. Sie sind unabhängig davon, ob der Anbieter Monatssatz, Jahressatz oder Faktor nennt, und machen unterschiedliche Gebührenmodelle vergleichbar.

Muss mir ein Anbieter einen effektiven Jahreszins nennen?

Bei Krediten an Unternehmen nicht automatisch. Die Preisangabenverordnung regelt in § 1 Angaben von Unternehmern gegenüber Verbrauchern. Deshalb sollten Sie Angebote selbst auf Gesamtkosten und gegebenenfalls einen Jahressatz umrechnen.

Warum ist ein Angebot mit niedriger Rate manchmal teurer?

Weil Gebühren, abgezogene Beträge oder eine längere Laufzeit die niedrigere Rate ausgleichen. Im Beispiel hat das Angebot mit der niedrigsten Rate die höchste Gebühr und zahlt sich über 36 Monate nicht aus.

Darf ich einen Firmenkredit vorzeitig zurückzahlen?

Das hängt vom Vertrag. Das gesetzliche Kündigungsrecht nach § 489 BGB gilt bei veränderlichem Zins jederzeit mit drei Monaten Frist, bei festem Zins aber erst unter besonderen Voraussetzungen. Fragen Sie vor Unterschrift nach Sondertilgung und Kosten.

Kann ich über Vionor mehrere Angebote vergleichen?

Vionor vermittelt Anfragen an Finanzierungspartner und legt selbst keine Konditionen fest. Wie viele Angebote Sie erhalten, hängt von Ihrem Unternehmen und der Prüfung ab. Liegen mehrere Angebote vor, gilt die Methode aus diesem Beitrag.

Ihre Finanzierung beginnt mit einer Anfrage.

Fünf Minuten, ohne Unterlagen. Sie erhalten eine persönliche Einschätzung zu Ihrem Vorhaben.

  • Kostenlos und unverbindlich
  • Anfrage ohne SCHUFA-Abfrage
  • Rückmeldung in der Regel am nächsten Werktag