Sicherheiten und Förderung
Landesförderbank: Förderprogramme der Länder für KMU finden
Welche Landesförderbank ist zuständig, was fördert sie und wie läuft der Antrag über die Hausbank? Mit Übersicht aller Länderinstitute und Checkliste.
Veröffentlicht am 4. Oktober 2026 · 8 Min. Lesezeit
Kurz beantwortet
Eine Landesförderbank ist das öffentliche Förderinstitut eines Bundeslandes, das Unternehmen mit Förderdarlehen, Haftungsfreistellungen, Beteiligungen und Zuschüssen unterstützt. Zuständig ist in der Regel die Förderbank des Landes, in dem das Vorhaben umgesetzt wird. Förderdarlehen beantragen Sie meist nicht direkt, sondern über Ihre Hausbank, und zwar vor Beginn des Vorhabens. Landesprogramme lassen sich oft mit Bundesprogrammen der KfW oder einer Bürgschaft kombinieren.
Das Wichtigste
- Jedes Bundesland hat mindestens ein öffentliches Förderinstitut, Bayern hat zwei.
- Landesförderbanken bieten neben Darlehen auch Risikoentlastungen, Eigenkapital und teilweise Zuschüsse.
- Förderdarlehen laufen meist im Hausbankverfahren: Antrag und Kreditvertrag schließen Sie bei Ihrer Bank.
- Der Antrag muss in der Regel vor Beginn des Vorhabens gestellt werden, sonst ist die Förderung meist verloren.
- Landes- und Bundesprogramme schließen sich nicht aus und werden häufig kombiniert.
Was ist eine Landesförderbank?
Eine Landesförderbank ist ein Förderinstitut in öffentlicher Hand, das im Auftrag eines Bundeslandes die Wirtschafts-, Struktur- und Wohnungsbaupolitik des Landes finanziell umsetzt. Sie arbeitet nicht wie eine gewöhnliche Geschäftsbank, sondern verteilt Fördermittel nach den Zielen ihres Landes. Für Unternehmen ist sie neben der KfW die wichtigste Adresse für Förderkredite.
Nach der Übersicht des Bundesverbands Öffentlicher Banken gibt es auf Landesebene 17 Förderbanken, Bayern hat mit der LfA Förderbank Bayern und der Bayerischen Landesbodenkreditanstalt zwei. Auf Bundesebene kommen die KfW und die Landwirtschaftliche Rentenbank hinzu. Die Tabelle zeigt, welches Institut in welchem Land zuständig ist.
Der Unterschied zur KfW liegt vor allem im regionalen Zuschnitt. Die KfW fördert bundesweit nach einheitlichen Programmen. Eine Landesförderbank kann gezielt Branchen, Regionen oder Vorhaben stärken, die dem Land wichtig sind. Was die KfW selbst anbietet, beschreibt der Ratgeber Förderkredite von KfW und ERP.
| Land | Förderinstitut | Land | Förderinstitut |
|---|---|---|---|
| Baden-Württemberg | L-Bank | Niedersachsen | NBank |
| Bayern | LfA Förderbank Bayern | Nordrhein-Westfalen | NRW.BANK |
| Bayern | Bayerische Landesbodenkreditanstalt | Rheinland-Pfalz | Investitions- und Strukturbank (ISB) |
| Berlin | Investitionsbank Berlin | Saarland | Saarländische Investitionskreditbank (SIKB) |
| Brandenburg | Investitionsbank des Landes Brandenburg | Sachsen | Sächsische Aufbaubank |
| Bremen | Bremer Aufbau-Bank | Sachsen-Anhalt | Investitionsbank Sachsen-Anhalt |
| Hamburg | Hamburgische Investitions- und Förderbank | Schleswig-Holstein | Investitionsbank Schleswig-Holstein |
| Hessen | Wirtschafts- und Infrastrukturbank Hessen | Thüringen | Thüringer Aufbaubank |
| Mecklenburg-Vorpommern | Landesförderinstitut Mecklenburg-Vorpommern | – | – |
Welche Förderung bietet eine Landesförderbank?
Landesförderbanken bieten weit mehr als Kredite. Die LfA Förderbank Bayern etwa gliedert ihr Angebot in Darlehen, Risikoentlastungen in Form von Haftungsfreistellungen und Eigenkapitalangebote über Beteiligungen und Fonds. Eine Haftungsfreistellung bedeutet, dass die Förderbank der Hausbank einen Teil des Ausfallrisikos abnimmt. Das kann den Ausschlag geben, wenn Sicherheiten knapp sind.
Je nach Land kommen Zuschüsse hinzu, etwa für Innovation, Digitalisierung oder Energieeffizienz. Welche Mischung angeboten wird, unterscheidet sich stark. Ein Vergleich lohnt sich deshalb nur innerhalb des Landes, in dem Ihr Vorhaben stattfindet.
Förderdarlehen decken nicht nur Maschinen und Gebäude ab. Das Programm Gründungs- und Wachstumsfinanzierung der L-Bank nennt zum Beispiel neben Investitionskosten auch Warenlager und Betriebsmittel als förderfähig. Prüfen Sie deshalb auch bei einem laufenden Finanzierungsbedarf, ob ein Landesprogramm passt.
Förderdarlehen unterscheiden sich von gewöhnlichen Firmenkrediten oft durch lange Laufzeiten und tilgungsfreie Anlaufjahre. Die L-Bank nennt für ihr Gründungs- und Wachstumsprogramm Laufzeiten von 5 bis 20 Jahren mit bis zu drei tilgungsfreien Jahren. Solche Programmdetails ändern sich, maßgeblich ist immer das aktuelle Merkblatt. Für langlebige Investitionen sind diese Strukturen aber ein wichtiger Vorteil gegenüber kurzen Laufzeiten.
- Förderdarlehen für Gründung, Wachstum, Investitionen und Betriebsmittel
- Haftungsfreistellungen, die der Hausbank einen Teil des Risikos abnehmen
- Bürgschaften, oft gemeinsam mit der Bürgschaftsbank des Landes
- Beteiligungen und Fondsmittel als Eigenkapital
- Zuschüsse für bestimmte Ziele wie Innovation oder Energieeffizienz
Wie beantragen Sie Förderkredite einer Landesförderbank?
Förderkredite der Landesförderbanken beantragen Sie in den meisten Programmen über Ihre Hausbank. Dieses Hausbankverfahren beschreibt die L-Bank für ihr Gründungs- und Wachstumsprogramm so: Sie gehen informiert zur Hausbank, die den Antrag entgegennimmt und den Kredit auszahlt. Die Hausbank prüft Ihr Vorhaben, leitet den Antrag weiter und trägt meist einen Teil des Risikos.
Der wichtigste Termin ist der Vorhabenbeginn. Die IHK Heilbronn-Franken nennt für Landesprogramme wie das der L-Bank ausdrücklich: Antrag vor Beginn des Vorhabens bei der Hausbank. Was genau als Beginn gilt, regelt das Merkblatt des jeweiligen Programms. Lesen Sie es, bevor Sie Liefer- oder Bauverträge unterschreiben.
Weil die Hausbank mitentscheidet, braucht sie die gleichen Unterlagen wie bei einem normalen Kredit: Jahresabschlüsse oder Einnahmenüberschussrechnung, aktuelle BWA, eine Beschreibung des Vorhabens mit Kosten und einen Finanzierungsplan. Lehnt die Hausbank ab, ist die Förderung in der Regel nicht direkt zu bekommen. Manche Institute haben für bestimmte Programme auch Direktkunden, das steht im Programm selbst.
Für viele Programme gilt außerdem die KMU-Definition der EU als Maßstab, die sich nach Beschäftigten, Umsatz und Bilanzsumme richtet. Prüfen Sie vorab, ob Ihr Unternehmen darunter fällt, besonders wenn es Beteiligungen an anderen Firmen gibt.
Wie finden Sie das passende Landesprogramm?
Das passende Programm finden Sie am schnellsten, wenn Sie zuerst Ihr Vorhaben beschreiben und dann gezielt suchen. Ein Programm passt nur, wenn Zweck, Unternehmensgröße, Standort und Zeitpunkt stimmen. Wer ohne klares Vorhaben sucht, findet viele Programme und keines, das wirklich passt.
Gute Anlaufstellen sind die Website Ihrer Landesförderbank, die Förderberatung Ihrer IHK oder Handwerkskammer und die Förderdatenbank des Bundes, die Programme von Bund, Ländern und EU sammelt. Ihre Hausbank kennt die Landesprogramme ebenfalls, empfiehlt aber nicht immer von sich aus das passendste. Fragen Sie deshalb gezielt nach Landesprogrammen und Haftungsfreistellungen.
Ein frei gewähltes Beispiel: Ein Metallbaubetrieb mit Sitz in Hessen plant eine Halle in Thüringen. Zuständig ist für dieses Vorhaben in der Regel die Thüringer Aufbaubank, nicht die Förderbank am Firmensitz. Bereiten Sie für das Gespräch mit der Hausbank eine Seite vor, die Vorhaben, Ort, Kosten, Zeitplan und gewünschte Förderart nennt.
Fehlen Sicherheiten, kommt zusätzlich die Bürgschaftsbank Ihres Landes in Frage. Sie bürgt gegenüber der Hausbank und arbeitet oft eng mit der Landesförderbank zusammen. Wie das funktioniert, erklärt der Ratgeber Bürgschaftsbank.
- Vorhaben, Kosten und Zeitplan schriftlich festhalten
- KMU-Status nach EU-Definition prüfen
- Programme der eigenen Landesförderbank und der KfW sichten
- Förderberatung von IHK oder Handwerkskammer nutzen
- Hausbank gezielt auf Landesprogramme und Haftungsfreistellung ansprechen
- Antrag vor Beginn des Vorhabens stellen
Kann man Landesförderung mit KfW-Programmen kombinieren?
Ja, Landes- und Bundesprogramme werden häufig kombiniert, solange die Bedingungen der einzelnen Programme das zulassen. Ein Beispiel ist ein Investitionsvorhaben, bei dem ein Förderdarlehen der KfW den größten Teil abdeckt und eine Haftungsfreistellung oder Bürgschaft auf Landesebene die Besicherung erleichtert. Ebenso kann ein Landeszuschuss neben einem Kredit stehen.
Ob und wie Programme zusammenpassen, steht in den jeweiligen Merkblättern. Manche Programme schließen eine Doppelförderung derselben Kosten aus, andere verlangen einen Eigenanteil. Geben Sie bereits erhaltene oder beantragte Förderungen deshalb immer vollständig an und halten Sie eine Liste bereit, um Rückfragen zu vermeiden.
Ein frei gewähltes Beispiel zeigt, wie sich ein Vorhaben zusammensetzen kann. Ein Betrieb plant eine Erweiterung über 300.000 Euro. Davon trägt er 30.000 Euro aus Eigenmitteln, 220.000 Euro über ein Förderdarlehen und 50.000 Euro über einen ergänzenden Firmenkredit für Teile, die das Programm nicht abdeckt. Welche Aufteilung in Ihrem Fall möglich ist, entscheiden Hausbank und Förderbank.
Welche Rolle kann eine Anfrage über Vionor spielen?
Vionor ist Kreditvermittler für Unternehmen und vergibt selbst keine Kredite. Förderkredite, Förderanträge und Bürgschaften der Landesförderbanken vermittelt Vionor nicht, dieser Weg führt über Ihre Hausbank. Das gehört zur ehrlichen Einordnung, denn ein Förderprogramm ist in vielen Fällen der bessere erste Schritt.
Ein Firmenkredit kann eine Förderung aber ergänzen, etwa für den Teil eines Vorhabens, der nicht förderfähig ist, oder wenn ein Vorhaben bereits begonnen hat und keine Förderung mehr möglich ist. Über Vionor fragen Unternehmen einen Investitionskredit oder andere Finanzierungen von 10.000 bis 500.000 Euro mit 6 bis 60 Monaten Laufzeit an. Die Anfrage ist kostenlos und unverbindlich und löst keine SCHUFA-Abfrage aus.
Über Zinsen, Zusage, Sicherheiten und Auszahlung entscheidet allein der jeweilige Finanzierungspartner, der bei seiner Prüfung Auskünfte einholen kann. Voraussetzung für eine Anfrage sind ein Sitz in Deutschland und mindestens sechs Monate Geschäftstätigkeit, jüngere Unternehmen können nicht anfragen. Als Orientierung gelten 50.000 Euro Jahresumsatz, darunter wird der Einzelfall geprüft.
Häufige Fehler bei der Landesförderung
Der folgenreichste Fehler ist ein zu früher Start. Wer die Maschine bestellt oder den Bauvertrag unterschreibt, bevor der Antrag gestellt ist, verliert in vielen Programmen die Förderung. Der zweite häufige Fehler ist, nur nach Krediten zu suchen und Haftungsfreistellungen oder Bürgschaften zu übersehen, obwohl gerade sie fehlende Sicherheiten ersetzen können.
Auch der Zeitbedarf wird oft unterschätzt. Hausbank und Förderbank prüfen nacheinander, und Rückfragen verlängern das Verfahren. Planen Sie deshalb einen Puffer ein und überbrücken Sie dringenden Bedarf nicht mit einem vorzeitigen Vorhabenbeginn. Wie Sie den Gesamtrahmen eines Vorhabens kalkulieren, zeigt der Ratgeber Investition planen.
- Verträge vor dem Förderantrag unterschreiben
- Nur nach Krediten suchen und Risikoentlastungen übersehen
- Programme des falschen Landes prüfen, statt nach dem Ort des Vorhabens zu gehen
- Bereits erhaltene Förderungen nicht angeben
- Den Zeitbedarf von Hausbank und Förderbank unterschätzen
Dieser Beitrag wurde mit KI-Unterstützung erstellt und vor der Veröffentlichung automatisch auf unsere redaktionellen Regeln geprüft: keine Zinsversprechen, keine Zusagen, nur geprüfte Quellen. Allgemeine Orientierung. Eine individuelle betriebswirtschaftliche, rechtliche oder steuerliche Beratung kann dieser Ratgeber nicht ersetzen.
FAQ
Häufige Fragen
Was Unternehmen zu diesem Thema am häufigsten fragen, kurz beantwortet.
Ihre Frage ist nicht dabei?
Schreiben Sie uns. Es antwortet die Person, die auch Ihre Anfrage bearbeitet.
E-Mail schreibenWelche Landesförderbank ist für mein Unternehmen zuständig?
In der Regel die Förderbank des Bundeslandes, in dem das Vorhaben umgesetzt wird, also meist das Land Ihrer Betriebsstätte. Bei mehreren Standorten entscheidet der Ort der Investition. Im Zweifel klärt das die Förderberatung der Förderbank oder Ihrer Kammer.
Kann ich direkt bei der Landesförderbank einen Kredit beantragen?
Bei den meisten Förderdarlehen nicht. Sie stellen den Antrag über Ihre Hausbank, die den Kredit auch vertraglich mit Ihnen abschließt. Einige Programme, vor allem Zuschüsse und bestimmte Beteiligungen, beantragen Sie direkt beim Förderinstitut.
Was ist der Unterschied zwischen KfW und Landesförderbank?
Die KfW fördert bundesweit mit einheitlichen Programmen. Eine Landesförderbank setzt die Förderziele eines einzelnen Landes um und hat eigene Programme, Risikoentlastungen und Zuschüsse. Beide arbeiten meist über die Hausbank und lassen sich oft kombinieren.
Bekommt man Landesförderung auch für Betriebsmittel?
In manchen Programmen ja. Die Gründungs- und Wachstumsfinanzierung der L-Bank nennt etwa Warenlager und Betriebsmittel als förderfähig. Ob das in Ihrem Land gilt, steht im jeweiligen Programm.
Was passiert, wenn ich schon mit dem Vorhaben begonnen habe?
Dann ist eine Förderung in vielen Programmen ausgeschlossen, weil der Antrag vor Beginn gestellt werden muss. Prüfen Sie das Merkblatt des Programms genau. Ist keine Förderung mehr möglich, bleibt eine reguläre Finanzierung.
Quellen
- VÖB: Förderbanken des Bundes und der Länder (Liste)(www.voeb.de)
- L-Bank: Gründungs- und Wachstumsfinanzierung Baden-Württemberg(www.l-bank.de)
- IHK Heilbronn-Franken: Finanzierungshilfen zur Erweiterung und Sicherung(www.ihk.de)
- LfA Förderbank Bayern: Förderangebote(www.lfa.de)
- EU-Kommission: KMU-Definition(single-market-economy.ec.europa.eu)
- KfW: Förderprodukte für Unternehmen(www.kfw.de)
Die passende Finanzierung
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