Sicherheiten und Förderung
Hausbankprinzip: Warum Förderkredite über eine Bank laufen
Hausbankprinzip einfach erklärt: Warum Sie KfW-Förderkredite über eine Bank beantragen, wer das Risiko trägt und was Sie tun, wenn die Bank ablehnt.
Veröffentlicht am 4. Oktober 2026 · 8 Min. Lesezeit
Kurz beantwortet
Das Hausbankprinzip bedeutet, dass Sie einen Förderkredit nicht direkt bei der Förderbank beantragen, sondern über eine Bank oder Sparkasse, die den Kredit an Sie durchleitet. Die Bank prüft Ihre Bonität und Sicherheiten, schließt den Kreditvertrag mit Ihnen und trägt in der Regel das Ausfallrisiko ganz oder teilweise. Die KfW stellt ihr dafür günstige Refinanzierungsmittel bereit. Deshalb entscheidet am Ende Ihre Bank, ob Sie einen Förderkredit bekommen.
Das Wichtigste
- Förderkredite der KfW werden über Finanzierungspartner wie Banken und Sparkassen beantragt und vergeben, nicht direkt bei der KfW.
- Die durchleitende Bank ist Ihr Vertragspartner, prüft Bonität und Sicherheiten und ordnet den Kredit einer Preisklasse zu.
- Ohne Haftungsfreistellung trägt die Bank das Ausfallrisiko allein, mit Haftungsfreistellung übernimmt die KfW einen Teil davon.
- Der Antrag muss vor Beginn des Vorhabens gestellt werden, und Sie können den Finanzierungspartner frei wählen.
- Lehnt die Hausbank ab, helfen eine andere Bank, eine Bürgschaft der Bürgschaftsbank oder ein anders aufgeteiltes Vorhaben.
Was ist das Hausbankprinzip?
Das Hausbankprinzip ist das Verfahren, nach dem Förderkredite nicht bei der Förderbank selbst, sondern über eine Geschäftsbank beantragt werden. Diese Bank leitet den Kredit an das Unternehmen durch, deshalb spricht man auch vom Durchleitungsprinzip. In den Merkblättern der KfW heißt es dazu, dass die KfW Kredite über Finanzierungspartner gewährt, also über Banken und Sparkassen.
Für Unternehmen bedeutet das: Ihr Ansprechpartner ist nicht die Förderbank, sondern eine Bank vor Ort oder online. Dort stellen Sie den Antrag, dort werden Ihre Unterlagen geprüft, und mit dieser Bank schließen Sie den Kreditvertrag. Die Förderbank tritt Ihnen gegenüber kaum in Erscheinung, obwohl das Programm und viele Bedingungen von ihr stammen.
Der Begriff Hausbank ist dabei etwas irreführend. Gemeint ist nicht zwingend die Bank, bei der Sie Ihr Geschäftskonto führen. Die KfW-Merkblätter sprechen davon, dass Sie den Antrag bei einem Finanzierungspartner Ihrer Wahl stellen. In der Praxis ist es trotzdem oft die Hausbank, weil sie Ihr Unternehmen und Ihren Kontoverlauf bereits kennt.
Welche Förderprogramme es gibt und wer sie nutzen kann, beschreibt der Ratgeber Förderkredite von KfW und ERP. Auch Förderdarlehen der Länder laufen meist über die Hausbank; die zuständigen Institute stellt der Ratgeber Landesförderbank vor. Hier geht es um die Rolle der Bank in diesem Verfahren und um die Frage, was daraus für Ihren Antrag folgt.
Wie funktioniert die Durchleitung eines Förderkredits?
Bei der Durchleitung gibt die Förderbank der Bank das Geld als Refinanzierung, und die Bank reicht es als Kredit an Ihr Unternehmen weiter. Sie zahlen Zins und Tilgung an Ihre Bank, die Bank zahlt ihrerseits an die Förderbank. Rechtlich haben Sie einen Vertrag mit der Bank, nicht mit der KfW.
Der Ablauf folgt in der Regel diesen Schritten. Die Reihenfolge ist wichtig, weil der Antrag nach den KfW-Merkblättern vor Beginn des Vorhabens gestellt sein muss. Wer vorher bestellt oder einen Liefervertrag unterschreibt, riskiert die Förderung.
- Sie wählen einen Finanzierungspartner und besprechen Ihr Vorhaben.
- Sie stellen den Förderantrag bei dieser Bank, bevor das Vorhaben beginnt.
- Die Bank prüft Bonität, Sicherheiten und Förderfähigkeit und entscheidet über die Weiterleitung.
- Die Bank leitet den Antrag an die KfW weiter, die über die Zusage des Förderkredits entscheidet.
- Nach der Zusage schließen Sie den Kreditvertrag mit der Bank und rufen das Geld bei ihr ab.
- Zins und Tilgung zahlen Sie während der gesamten Laufzeit an die Bank.
Wer trägt beim Förderkredit das Ausfallrisiko?
Beim Förderkredit trägt grundsätzlich die durchleitende Bank das Ausfallrisiko, sofern das Programm keine Haftungsfreistellung vorsieht. Zahlt Ihr Unternehmen nicht zurück, muss die Bank den Refinanzierungskredit trotzdem an die KfW zurückzahlen. Deshalb prüft sie Ihren Antrag wie einen eigenen Kredit und verlangt nach dem Merkblatt bankübliche Sicherheiten.
Beim ERP-Förderkredit KMU zeigt sich der Unterschied an zwei Programmnummern. Die Nummer 365 steht laut Merkblatt für Kredite ohne Haftungsfreistellung. Bei der Nummer 366 stellt die KfW den Finanzierungspartner zu 50 Prozent von der Haftung frei. Voraussetzung dafür ist nach dem Merkblatt eine Unternehmenshistorie mit aussagefähigen Jahresabschlüssen über zwei vollständige Geschäftsjahre.
Auch den Preis bestimmt die Bank mit. Laut Merkblatt ordnet der Finanzierungspartner den Förderkredit anhand von Bonität und Werthaltigkeit der Sicherheiten einer Preisklasse zu, die die KfW vorgibt. Innerhalb dieser Preisklasse gilt eine Obergrenze, der individuell vereinbarte Zins kann darunter liegen. Je besser Bonität und Sicherheiten, desto günstiger fällt die Einordnung aus.
| Merkmal | Kredit 365 | Kredit 366 |
|---|---|---|
| Haftungsfreistellung der Bank | Keine | 50 Prozent durch die KfW |
| Besondere Voraussetzung | Keine Mindesthistorie für die Freistellung | Jahresabschlüsse über zwei vollständige Geschäftsjahre |
| Antrag | Bei einem Finanzierungspartner vor Vorhabensbeginn | Bei einem Finanzierungspartner vor Vorhabensbeginn |
| Sicherheiten | Bankübliche Sicherheiten | Bankübliche Sicherheiten |
Muss ich den Förderkredit bei meiner Hausbank beantragen?
Nein, Sie können den Förderkredit bei jedem Finanzierungspartner beantragen, der das Programm anbietet. Die KfW-Merkblätter sprechen ausdrücklich von einem Finanzierungspartner Ihrer Wahl. Das ist wichtig, wenn Ihre Hausbank zögert oder ablehnt, denn eine andere Bank kann das Vorhaben anders bewerten.
Eine neue Bank muss Sie allerdings erst kennenlernen. Sie verlangt die üblichen Unterlagen, prüft Ihre Kontoverläufe und muss Sie nach dem Geldwäschegesetz identifizieren. Das kostet Zeit, die Sie vor dem geplanten Vorhabensbeginn einplanen sollten. Oft ist es sinnvoll, parallel mit zwei Banken zu sprechen, statt nacheinander.
Fehlen Sicherheiten, kann eine Bürgschaftsbank das Risiko der Bank verringern. Der Verband Deutscher Bürgschaftsbanken beschreibt deren Bürgschaften als vollwertige Sicherheiten für alle Hausbanken. Wie das Verfahren abläuft, erklärt der Ratgeber Bürgschaftsbank.
Warum lehnen Banken Förderkredite manchmal ab?
Banken lehnen Förderkredite aus denselben Gründen ab wie andere Kredite, weil sie beim Hausbankprinzip ein eigenes Risiko tragen. Reichen Kapitaldienstfähigkeit oder Sicherheiten aus Sicht der Bank nicht aus, hilft auch das günstige Förderprogramm nicht. Die Förderung verbilligt den Kredit, sie macht ihn aber nicht risikolos für die Bank.
Hinzu kommt der Aufwand. Ein Förderantrag verlangt zusätzliche Erklärungen, etwa zur Förderfähigkeit und zu bereits erhaltenen Beihilfen, die nach dem Merkblatt beim Finanzierungspartner verbleiben. Bei kleinen Beträgen kann eine Bank deshalb einen eigenen Kredit vorschlagen. Fragen Sie in diesem Fall nach, ob ein Förderkredit grundsätzlich möglich wäre und was dafür fehlt.
Diese Schritte helfen, wenn die Hausbank ablehnt oder zögert. Wie Sie eine Absage allgemein auswerten, zeigt der Ratgeber Kredit abgelehnt.
- Den konkreten Ablehnungsgrund erfragen und schriftlich festhalten.
- Prüfen, ob eine Haftungsfreistellung oder eine Bürgschaftsbank das Risiko der Bank senkt.
- Einen zweiten Finanzierungspartner ansprechen, bevor das Vorhaben beginnt.
- Das Vorhaben aufteilen, etwa in einen geförderten Teil und einen Teil aus Eigenmitteln.
- Unterlagen ergänzen, etwa eine aktuelle Planung oder zusätzliche Sicherheiten.
Häufige Fehler beim Antrag über die Hausbank
Der folgenreichste Fehler ist, das Vorhaben zu beginnen, bevor der Antrag gestellt ist. Wer schon bestellt oder einen Liefervertrag unterschrieben hat, verliert in der Regel die Förderfähigkeit. Sprechen Sie deshalb mit der Bank, bevor Sie einem Lieferanten zusagen, und lassen Sie sich bestätigen, wann der Antrag als gestellt gilt.
Ein zweiter Fehler betrifft Fristen nach der Zusage. Laut Merkblatt zum Kredit 365 beträgt die Abruffrist 36 Monate, und für noch nicht abgerufene Beträge fällt nach sechs Monaten eine Bereitstellungsprovision an. Verzichten Sie auf einen noch nicht abgerufenen Kredit, kann die KfW für dasselbe Vorhaben frühestens nach sechs Monaten einen neuen Kredit zusagen.
Ein dritter Fehler ist, nur mit einer einzigen Bank zu planen. Lehnt sie kurz vor dem geplanten Start ab, fehlt die Zeit für einen zweiten Anlauf. Planen Sie deshalb Vorlauf ein und klären Sie Sicherheiten früh, damit die Bank eine belastbare Grundlage hat. Was Banken typischerweise als Sicherheit verlangen, steht im Ratgeber Sicherheiten beim Firmenkredit.
Kann man Förderkredite über Vionor anfragen?
Nein, Förderkredite und Förderanträge vermittelt Vionor nicht; dafür ist der Weg über eine Bank oder Sparkasse nach dem Hausbankprinzip vorgesehen. Vionor ist Kreditvermittler und vergibt selbst keine Kredite. Über Vionor fragen Unternehmen marktübliche Firmenkredite von 10.000 bis 500.000 Euro mit Laufzeiten von 6 bis 60 Monaten an.
Ein Firmenkredit kann eine Förderung aber ergänzen, etwa für Teile eines Vorhabens, die nicht förderfähig sind, für Betriebsmittel neben einer geförderten Investition oder wenn der Zeitplan einen Förderantrag nicht zulässt. Für Anschaffungen ist die Seite Investitionskredit der passende Einstieg.
Die Anfrage ist kostenlos und unverbindlich und löst bei Vionor keine SCHUFA-Abfrage aus. Zins, Zusage, Sicherheiten und Auszahlung entscheidet allein der jeweilige Finanzierungspartner nach seiner Prüfung; dabei kann er Auskünfte einholen. Voraussetzung sind ein Sitz in Deutschland und mindestens sechs Monate Geschäftstätigkeit. Als Orientierung gelten 50.000 Euro Jahresumsatz, darunter wird der Einzelfall geprüft.
Fazit: Die Bank entscheidet mit, also früh einbinden
Das Hausbankprinzip macht die Bank zum Tor für Förderkredite. Sie prüft, trägt Risiko und bestimmt die Preisklasse mit. Eine gute Förderung nützt deshalb nur, wenn die Bank Ihr Vorhaben auch selbst für tragfähig hält.
Sprechen Sie früh mit einem oder zwei Finanzierungspartnern, stellen Sie den Antrag vor Beginn des Vorhabens und klären Sie die Sicherheiten. Prüfen Sie Bedingungen und Konditionen immer im aktuellen Merkblatt der KfW.
Dieser Beitrag wurde mit KI-Unterstützung erstellt und vor der Veröffentlichung automatisch auf unsere redaktionellen Regeln geprüft: keine Zinsversprechen, keine Zusagen, nur geprüfte Quellen. Allgemeine Orientierung. Eine individuelle betriebswirtschaftliche, rechtliche oder steuerliche Beratung kann dieser Ratgeber nicht ersetzen.
FAQ
Häufige Fragen
Was Unternehmen zu diesem Thema am häufigsten fragen, kurz beantwortet.
Ihre Frage ist nicht dabei?
Schreiben Sie uns. Es antwortet die Person, die auch Ihre Anfrage bearbeitet.
E-Mail schreibenKann man einen KfW-Kredit direkt bei der KfW beantragen?
Für die Förderkredite für Unternehmen in der Regel nicht. Nach den KfW-Merkblättern gewährt die KfW diese Kredite über Finanzierungspartner wie Banken und Sparkassen. Den Antrag stellen Sie bei einem Finanzierungspartner Ihrer Wahl vor Beginn des Vorhabens.
Was bedeutet Durchleitungsprinzip?
Durchleitungsprinzip ist ein anderes Wort für das Hausbankprinzip. Die Förderbank refinanziert die Bank, und die Bank leitet das Geld als Kredit an Ihr Unternehmen weiter. Ihr Vertragspartner ist die Bank.
Warum schlagen Banken statt eines Förderkredits einen eigenen Kredit vor?
Bei einem Förderkredit bestimmt die KfW die Preisklassen mit einer Obergrenze, und die Bank muss den Antrag zusätzlich nach den Programmregeln bearbeiten. Gleichzeitig trägt sie ohne Haftungsfreistellung das volle Ausfallrisiko. Das kann erklären, warum Banken bei kleinen Beträgen eigene Kredite vorschlagen.
Was ist eine Haftungsfreistellung bei der KfW?
Bei einer Haftungsfreistellung übernimmt die KfW einen Teil des Ausfallrisikos der durchleitenden Bank. Beim ERP-Förderkredit KMU mit der Nummer 366 sind das laut Merkblatt 50 Prozent. Voraussetzung sind Jahresabschlüsse über zwei vollständige Geschäftsjahre.
Was tun, wenn die Hausbank den Förderkredit ablehnt?
Fragen Sie nach dem konkreten Grund und sprechen Sie einen anderen Finanzierungspartner an, denn Sie können die Bank frei wählen. Eine Bürgschaft der Bürgschaftsbank oder eine Haftungsfreistellung kann das Risiko der Bank senken. Beginnen Sie das Vorhaben erst, wenn der Antrag gestellt ist.
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