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Recht und Steuern

Kreditvermittler oder Bank: Was ist der Unterschied?

Kreditvermittler oder Bank: Wer den Kredit vergibt und entscheidet, welche Erlaubnis Vermittler nach § 34c und § 34k GewO brauchen, wie sie verdienen.

Veröffentlicht am 3. Oktober 2026 · 8 Min. Lesezeit

Kurz beantwortet

Ein Kreditvermittler bringt Kreditsuchende und Kreditgeber zusammen, vergibt aber selbst keinen Kredit, eine Bank dagegen prüft, entscheidet und zahlt das Darlehen aus eigenen Mitteln aus. Vertragspartner des Kredits ist deshalb immer der Kreditgeber, nicht der Vermittler. Seriöse Vermittler erkennen Sie an vollständigem Impressum, transparenter Vergütung, offengelegten Erlaubnissen und daran, dass sie vor der Auszahlung kein Geld verlangen.

Das Wichtigste

  • Ein Kreditvermittler vermittelt nur, Zins, Zusage und Auszahlung entscheidet allein der Kreditgeber.
  • Banken brauchen für das Kreditgeschäft eine Erlaubnis der BaFin oder der EZB, Vermittler unterliegen dem Gewerberecht.
  • Bis zum 19. November 2026 braucht Darlehensvermittlung eine Erlaubnis nach § 34c GewO, ab dem 20. November 2026 gilt § 34k GewO nur für Verbraucherdarlehen.
  • Nach dem gesetzlichen Leitbild des § 652 BGB entsteht ein Vermittlungslohn erst, wenn der Vertrag durch die Vermittlung zustande kommt.
  • Gebühren vor der Auszahlung sind nach Hinweisen der BaFin ein typisches Warnsignal für unseriöse Anbieter.

Was macht ein Kreditvermittler?

Ein Kreditvermittler sucht für Ihr Vorhaben passende Kreditgeber, bereitet die Anfrage auf und leitet sie weiter, ohne selbst Geld zu verleihen. Er kennt mehrere Finanzierungspartner, deren Anforderungen und Unterlagen. Statt bei jedem Kreditgeber einzeln anzufragen, stellen Sie Ihre Angaben einmal zusammen.

Der eigentliche Kreditvertrag kommt anschließend zwischen Ihnen und dem Kreditgeber zustande. Das ist ein Darlehensvertrag, bei dem der Kreditgeber das Geld bereitstellt und Sie Zinsen zahlen und zurückzahlen. Der Vermittler ist an diesem Vertrag nicht als Partei beteiligt. Er kann deshalb weder einen Zins festlegen noch eine Zusage geben.

Für Unternehmen liegt der Nutzen vor allem in Zeit und Überblick. Ein Vermittler kann einschätzen, welche Partner für Betrag, Laufzeit und Branche überhaupt in Frage kommen. Das erspart Anfragen, die von vornherein keine Aussicht haben. Die Prüfung der Bonität bleibt trotzdem Aufgabe des Kreditgebers.

Wichtig ist die Abgrenzung zu Anbietern, die sich nur als Vermittler bezeichnen. Wer Kredite verspricht, ohne zu prüfen, oder Geld vorab verlangt, vermittelt meist nichts. Woran Sie seriöse Anbieter erkennen, zeigt ein späterer Abschnitt dieses Ratgebers.

Kreditvermittler oder Bank: Was ist der Unterschied?

Der Unterschied ist, dass die Bank das Risiko trägt und entscheidet, während der Vermittler nur den Weg zum Kreditgeber ebnet. Die Bank prüft Ihre Unterlagen, legt Konditionen fest, verlangt Sicherheiten und zahlt aus. Sie ist Ihr Vertragspartner für die gesamte Laufzeit.

Auch die Aufsicht ist verschieden. Das Kreditgeschäft gehört nach dem Kreditwesengesetz zu den Bankgeschäften. Nach Darstellung der BaFin braucht dafür eine schriftliche Erlaubnis der Europäischen Zentralbank oder der BaFin, wer es in Deutschland betreibt. Kreditvermittler dagegen unterliegen dem Gewerberecht und den dort geregelten Erlaubnissen.

Für Sie als Unternehmen bedeutet das: Ob ein Kredit kommt und zu welchen Bedingungen, beantwortet am Ende immer der Kreditgeber. Ein Vermittler kann Ihre Anfrage besser platzieren, aber keine Entscheidung ersetzen. Mehrere Angebote nebeneinanderzulegen erklärt der Ratgeber Kreditangebote vergleichen.

Kreditvermittler und Bank im Vergleich
MerkmalKreditvermittlerBank oder Kreditgeber
Rollevermittelt die Anfragevergibt den Kredit
Vertragspartner des Kreditsneinja
Entscheidet über Zins und Zusageneinja
RechtsrahmenGewerberechtKreditwesengesetz, Erlaubnis von BaFin oder EZB
Anzahl der geprüften Partnerje nach Netzwerk mehrerenur das eigene Haus

Braucht ein Kreditvermittler eine Erlaubnis nach § 34c GewO?

Ja, wer gewerbsmäßig den Abschluss von Darlehensverträgen vermittelt, braucht bis einschließlich 19. November 2026 eine Erlaubnis nach § 34c Abs. 1 Satz 1 Nr. 2 GewO. Ausgenommen sind Immobiliar-Verbraucherdarlehen, für die § 34i GewO eine eigene Erlaubnis vorsieht. Die Erlaubnis wird nach § 34c Abs. 2 GewO unter anderem versagt, wenn die nötige Zuverlässigkeit fehlt oder die Vermögensverhältnisse ungeordnet sind.

Ab dem 20. November 2026 ändert sich der Rahmen. Dann regelt der neue § 34k GewO die Vermittlung von Verbraucherdarlehen, verbunden mit Sachkundenachweis und Eintrag im öffentlichen Vermittlerregister. Nach Darstellung der IHK Frankfurt am Main gilt diese Erlaubnispflicht nicht, wenn ausschließlich an Unternehmer vermittelt wird. Die Vermittlung reiner Unternehmenskredite ist dann gewerberechtlich nicht mehr erlaubnispflichtig.

Bestehende Erlaubnisse nach § 34c GewO für die Darlehensvermittlung erlöschen nach Angaben der IHK Frankfurt am Main spätestens mit Ablauf des 19. November 2027. Wer weiterhin Verbraucherdarlehen vermittelt, muss die neue Erlaubnis nach Angaben der IHK bis zum 31. Mai 2027 beantragen. Für Unternehmen, die einen Firmenkredit suchen, ist die Erlaubnis deshalb nur ein Merkmal von mehreren.

Ein öffentliches Register gibt es nicht für jede Erlaubnis. Das Vermittlerregister nach § 11a GewO wird von den Industrie- und Handelskammern geführt und erfasst unter anderem Immobiliardarlehensvermittler nach § 34i GewO. Eine Erlaubnis nach § 34c GewO steht dort nicht, nach diesem Recht erteilte Erlaubnisse kann Ihnen der Vermittler aber nennen und belegen.

Wie verdienen Kreditvermittler ihr Geld?

Kreditvermittler verdienen in der Regel eine Vergütung für erfolgreiche Vermittlung, die je nach Vertrag der Kreditgeber oder der Kunde zahlt. Das gesetzliche Leitbild beschreibt § 652 BGB: Wer für die Vermittlung eines Vertrags einen Lohn verspricht, muss ihn nur zahlen, wenn der Vertrag infolge der Vermittlung zustande kommt. Ohne abgeschlossenen Kreditvertrag gibt es nach diesem Leitbild also keinen Vermittlungslohn.

Für die Vermittlung an Verbraucher enthalten die §§ 655a ff. BGB zusätzliche Schutzregeln, etwa eine Vergütung erst nach Auszahlung und Ende der Widerrufsfrist. Für Firmenkredite gelten diese Regeln nicht, Unternehmen sollten die Vergütung deshalb besonders genau im Vertrag nachlesen. Fragen Sie vorab schriftlich, ob Sie selbst etwas zahlen, wann und wofür.

Erhält der Vermittler eine Provision vom Kreditgeber, steckt sie wirtschaftlich in den Kosten des Kredits. Das ist üblich und nicht unseriös, sollte aber offen benannt werden. Vergleichen Sie Angebote deshalb immer nach den Gesamtkosten in Euro über die Laufzeit, nicht nur nach der Rate.

Woran erkennen Sie einen seriösen Kreditvermittler?

Einen seriösen Kreditvermittler erkennen Sie an klaren Angaben zu Unternehmen und Erlaubnissen, an einer transparenten Vergütung und daran, dass er vor der Auszahlung kein Geld verlangt. Die BaFin warnt ausdrücklich vor Anbietern, die Gebühren verlangen, noch bevor ein Darlehen gewährt wurde. Danach bricht der Kontakt oft ab.

Weitere Warnsignale nach Hinweisen der BaFin sind Nachnahmesendungen mit angeblichen Vertragsunterlagen, die Kopplung an den Kauf einer Prepaid-Kreditkarte und Darlehen ohne Sicherheiten und Bonitätsprüfung. Bei Verdacht verweist die BaFin auf Verbraucherzentralen, die Gewerbeaufsicht und bei Betrug auf die Polizei. Alle Warnsignale als Checkliste enthält der Ratgeber Seriöser Kreditvermittler.

Prüfen Sie auch den Kreditgeber selbst. Die BaFin veröffentlicht zugelassene Institute in ihrer Unternehmensdatenbank. Wer Ihnen einen Kreditvertrag vorlegt, muss als Kreditgeber dort zu finden sein oder auf andere Weise zum Kreditgeschäft berechtigt sein.

  • Vollständiges Impressum mit Sitz, Handelsregister und Vertretungsberechtigten
  • Offengelegte gewerberechtliche Erlaubnisse und zuständige Behörde
  • Keine Zahlung vor Auszahlung des Kredits
  • Kreditgeber in der BaFin-Unternehmensdatenbank auffindbar

Wann lohnt sich ein Kreditvermittler für Unternehmen?

Ein Kreditvermittler lohnt sich vor allem, wenn Sie keine passende Hausbank haben, schnell mehrere Möglichkeiten sehen wollen oder Ihr Vorhaben nicht in das Standardraster einer Bank passt. Er kann Kreditgeber ansprechen, die Sie selbst nicht kennen. Damit steigt die Zahl der Angebote, die Sie vergleichen können.

Für bestimmte Förderkredite gilt ein eigener Weg. Den ERP-Förderkredit KMU beantragen Unternehmen nach Angaben der KfW bei einem Finanzierungspartner wie Geschäftsbank, Sparkasse oder Genossenschaftsbank, und zwar vor Beginn des Vorhabens. Wie Förderkredite funktionieren, erklärt der Ratgeber Förderkredite von KfW und ERP. Beide Wege schließen sich nicht aus, ein Förderkredit und ein vermittelter Firmenkredit können sich ergänzen.

Hilfreich ist ein Vermittler auch bei der Vorbereitung. Er weiß, welche Unterlagen gefragt sind, und kann Lücken vor der Anfrage aufzeigen. Den allgemeinen Ablauf einer Kreditanfrage beschreibt der Ratgeber Unternehmenskredit beantragen.

Wie arbeitet Vionor als Kreditvermittler?

Vionor ist eine Marke der MyInvest 24 GmbH aus Frankfurt am Main und vermittelt Firmenkredite, vergibt aber selbst keine Kredite. Über Vionor fragen Unternehmen einen Firmenkredit von 10.000 bis 500.000 Euro mit einer Laufzeit von 6 bis 60 Monaten an. Zins, Zusage, Sicherheiten und Auszahlung entscheidet allein der jeweilige Finanzierungspartner nach seiner Prüfung.

Die Anfrage ist kostenlos und unverbindlich und löst keine SCHUFA-Abfrage aus. Der Finanzierungspartner kann bei seiner eigenen Prüfung später Auskünfte einholen. Anfragen können Unternehmen mit Sitz in Deutschland und mindestens sechs Monaten Geschäftstätigkeit, als Orientierung gelten 50.000 Euro Jahresumsatz, darunter wird der Einzelfall geprüft.

Die gewerberechtlichen Erlaubnisse und Registerangaben der Betreiberin stehen im Impressum. Mehr über das Unternehmen hinter der Marke finden Sie auf der Seite Über uns. So können Sie die Angaben aus der Checkliste oben selbst nachprüfen.

Fazit: Vermittler öffnen Türen, entscheiden aber nicht

Ein Kreditvermittler kann Ihnen Zeit sparen und Zugang zu mehreren Finanzierungspartnern verschaffen. Den Kredit vergibt aber immer der Kreditgeber, und nur er entscheidet über Zins, Zusage und Sicherheiten. Wer das weiß, liest Versprechen von Vermittlern mit dem richtigen Abstand.

Prüfen Sie Impressum, Erlaubnisse und Vergütung und zahlen Sie niemals vorab. Vergleichen Sie die Angebote, die am Ende auf dem Tisch liegen, nach Gesamtkosten und Vertragsbedingungen. So nutzen Sie den Vorteil der Vermittlung, ohne ihr Risiko einzugehen.

Dieser Beitrag wurde mit KI-Unterstützung erstellt und vor der Veröffentlichung automatisch auf unsere redaktionellen Regeln geprüft: keine Zinsversprechen, keine Zusagen, nur geprüfte Quellen. Allgemeine Orientierung. Eine individuelle betriebswirtschaftliche, rechtliche oder steuerliche Beratung kann dieser Ratgeber nicht ersetzen.

FAQ

Häufige Fragen

Was Unternehmen zu diesem Thema am häufigsten fragen, kurz beantwortet.

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Was ist der Unterschied zwischen Kreditvermittler und Bank?

Die Bank vergibt den Kredit, trägt das Risiko und entscheidet über Zins und Zusage. Der Kreditvermittler bringt Sie nur mit passenden Kreditgebern zusammen und ist nicht Vertragspartner des Kredits. Für das Kreditgeschäft brauchen Banken eine Erlaubnis von BaFin oder EZB, Vermittler unterliegen dem Gewerberecht.

Braucht ein Kreditvermittler eine Erlaubnis nach § 34c GewO?

Bis einschließlich 19. November 2026 braucht die gewerbsmäßige Darlehensvermittlung eine Erlaubnis nach § 34c GewO. Ab dem 20. November 2026 regelt § 34k GewO die Vermittlung von Verbraucherdarlehen. Nach Angaben der IHK ist die Vermittlung ausschließlich an Unternehmer dann nicht mehr erlaubnispflichtig.

Kann ein Kreditvermittler eine Kreditzusage geben?

Nein. Über Zins, Zusage und Sicherheiten entscheidet allein der Kreditgeber nach seiner Prüfung. Der Vermittler ist nicht Vertragspartner des Darlehens und kann eine Zusage weder geben noch versprechen. Kündigt ein Anbieter dennoch eine feste Zusage an, sollten Sie misstrauisch werden.

Muss ich einen Kreditvermittler bezahlen?

Das hängt vom Vertrag ab, oft zahlt der Kreditgeber eine Provision. Nach dem gesetzlichen Leitbild des § 652 BGB entsteht ein Vermittlungslohn erst, wenn der Vertrag durch die Vermittlung zustande kommt. Lassen Sie sich die Vergütung vorab schriftlich erklären.

Lohnt sich ein Kreditvermittler für Unternehmen?

Er lohnt sich vor allem, wenn Sie keine passende Hausbank haben oder mehrere Angebote vergleichen wollen. Der Vermittler kennt Anforderungen und Unterlagen verschiedener Kreditgeber. Bestimmte Förderkredite beantragen Sie dagegen bei einer Bank als Finanzierungspartner, beide Wege können sich ergänzen.

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