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Monatsrate berechnen: Was ist für Ihr Unternehmen tragbar?
Monatsrate berechnen: mit Formel und Beispiel die Kreditrate ermitteln und prüfen, ob Ihr Betrieb sie auch im schwächsten Monat tragen kann.
Veröffentlicht am 3. Oktober 2026 · 8 Min. Lesezeit
Kurz beantwortet
Die Monatsrate eines Ratenkredits berechnen Sie aus Kreditbetrag, Laufzeit und Zinssatz; beim Annuitätendarlehen gilt: Rate = Kreditbetrag × Monatszins ÷ (1 − (1 + Monatszins) hoch minus Anzahl der Monate). Tragbar ist diese Rate, wenn Sie sie aus dem freien Überschuss nach Steuern, Privatentnahmen und bestehenden Raten zahlen können, auch im schwächsten Monat. Prüfen Sie das mit Jahresüberschuss, Puffer und Liquiditätsplan.
Das Wichtigste
- Kapitaldienst ist die Summe aus Zins und Tilgung, die Ihr Betrieb regelmäßig für Kredite aufbringt.
- Die tragbare Rate ergibt sich aus Gewinn plus Abschreibungen, abzüglich Steuern, Privatentnahmen und bestehender Raten.
- Ein Puffer schützt vor Abweichungen; die Rate sollte den freien Überschuss nicht vollständig aufbrauchen.
- Der Jahresdurchschnitt reicht nicht: Prüfen Sie die Rate im schwächsten Monat oder Quartal.
- Eine längere Laufzeit senkt die Rate, erhöht aber die gesamten Zinskosten in Euro.
Wie berechnet man die Monatsrate eines Kredits?
Die Monatsrate eines Ratenkredits ergibt sich aus Kreditbetrag, Laufzeit in Monaten und Zinssatz. Beim Annuitätendarlehen, der Form mit gleichbleibender Rate, lautet die Formel: Rate = Kreditbetrag × Monatszins ÷ (1 − (1 + Monatszins) hoch minus Anzahl der Monate). Der Monatszins ist der Jahreszins geteilt durch zwölf. Wie sich Zins- und Tilgungsanteil darin verschieben, erklärt der Ratgeber Annuitätendarlehen.
Für eine schnelle Schätzung ohne Zinssatz genügt der Tilgungsanteil: Kreditbetrag geteilt durch die Anzahl der Monate. Bei 72.000 Euro über 48 Monate sind das im Beispiel 1.500 Euro. Zinsen und Gebühren kommen hinzu; nennt ein Angebot im Beispiel 1.720 Euro, entfallen über die Laufzeit 10.560 Euro auf Zinsen und Kosten.
Rechtlich verpflichten Sie sich mit einem Darlehensvertrag nach § 488 BGB, den vereinbarten Zins zu zahlen und das Geld bei Fälligkeit zurückzuzahlen. Diese Pflicht gilt unabhängig davon, wie Ihr Geschäft in einem bestimmten Monat läuft. Deshalb ist die rechnerische Rate nur der erste Schritt.
Der zweite Schritt ist die Frage, ob Ihr Betrieb die Rate tragen kann, die sogenannte Kapitaldienstfähigkeit. Der Leitfaden der Industrie- und Handelskammern in Baden-Württemberg zu Kreditverhandlungen nennt sie ganz entscheidend für die Beurteilung der Finanzlage. Wie Kreditgeber sie im Detail prüfen, zeigt der Ratgeber Kapitaldienstfähigkeit; hier geht es um Ihre eigene Rechnung mit dem freien Überschuss.
Wie berechnen Sie den freien Überschuss für die Kreditrate?
Den freien Überschuss berechnen Sie, indem Sie zum Gewinn die Abschreibungen addieren und davon Steuern, Privatentnahmen und bestehende Raten abziehen. Abschreibungen werden addiert, weil sie den Gewinn mindern, ohne dass in diesem Jahr Geld abfließt. § 7 EStG verteilt die Anschaffungskosten über die Nutzungsdauer, das Geld war aber schon beim Kauf weg.
Das Cashflow-Schema im IHK-Leitfaden folgt derselben Logik: Betriebsergebnis plus Normalabschreibungen plus unter anderem die Erhöhung langfristiger Rückstellungen. Für kleine Betriebe genügt meist die vereinfachte Form aus der Tabelle. Bei Einzelunternehmen und Personengesellschaften sind Privatentnahmen besonders wichtig, denn aus ihnen bezahlen Inhaber Lebenshaltung und Einkommensteuer.
Das Beispiel zeigt einen Elektrobetrieb mit runden, frei gewählten Beispielwerten. Am Ende stehen 30.000 Euro im Jahr, also 2.500 Euro im Monat. Dieser Betrag ist die Obergrenze für neue Raten, nicht der Zielwert.
| Position | Betrag pro Jahr | Hinweis |
|---|---|---|
| Gewinn laut EÜR | 90.000 € | Aus der letzten Gewinnermittlung |
| + Abschreibungen | 15.000 € | Kein Geldabfluss im laufenden Jahr |
| − Einkommensteuer und Privatentnahmen | 63.000 € | Lebenshaltung, Vorsorge, Steuern |
| − bestehende Raten für Kredit und Leasing | 12.000 € | 1.000 € pro Monat |
| = freier Überschuss | 30.000 € | 2.500 € pro Monat |
Wie hoch darf die Monatsrate höchstens sein?
Die Monatsrate sollte deutlich unter dem freien Überschuss liegen, damit Abweichungen nicht sofort zur Zahlungslücke werden. Im Beispiel behält der Betrieb ein Fünftel als Puffer zurück. Von 2.500 Euro bleiben so 2.000 Euro als Obergrenze für eine neue Rate. Wie groß Ihr Puffer sein sollte, hängt davon ab, wie stark Ihre Einnahmen schwanken.
Nun rechnen Sie das Vorhaben dagegen. Die Beispielrate von 1.720 Euro für 72.000 Euro über 48 Monate liegt unter der Obergrenze von 2.000 Euro. Damit bleibt rechnerisch ein Rest von 280 Euro im Monat zusätzlich zum Puffer. Ob das reicht, zeigt erst der Blick auf die einzelnen Monate.
Die Laufzeit ist Ihr wichtigster Hebel. Bei 36 Monaten läge allein die Tilgung bei 2.000 Euro, bei 60 Monaten bei 1.200 Euro. Eine längere Laufzeit entlastet den Monat, verlängert aber die Zeit, in der Zinsen anfallen. Mit dem Kreditrechner spielen Sie Betrag und Laufzeit durch, den Kapitaldienstrechner nutzen Sie für die Tragfähigkeit.
Achten Sie auf die Art der Rate. Beim Annuitätendarlehen bleibt die Rate gleich, der Tilgungsanteil steigt mit der Zeit. Beim Tilgungsdarlehen ist die Tilgung konstant, die erste Rate ist deshalb die höchste. Für die Prüfung zählt immer die höchste Rate.
Wie prüfen Sie die Rate im schwächsten Monat?
Sie prüfen die Rate im schwächsten Monat, indem Sie den freien Überschuss nicht als Durchschnitt, sondern pro Monat oder Quartal aus Ihrem Liquiditätsplan ablesen. Viele Betriebe verdienen ihr Geld ungleich über das Jahr. Ein Durchschnitt von 2.500 Euro kann bedeuten, dass im Winter fast nichts übrig bleibt.
Im Beispiel verteilt sich der freie Überschuss von 30.000 Euro so auf die Quartale, wie die Tabelle zeigt. Mit einer Rate von 1.720 Euro fallen pro Quartal 5.160 Euro an. Im ersten Quartal fehlen dann 660 Euro, in allen anderen Quartalen bleibt etwas übrig. Über das Jahr bleiben nach Raten 9.360 Euro.
Die Lücke im ersten Quartal ist kein Grund gegen den Kredit, aber ein Grund für eine Reserve. Der Betrieb legt mindestens 660 Euro aus dem Vorjahr zurück, besser mehr. Innerhalb des Quartals kann die Lücke größer sein: Liegt der Januar bei 1.200 Euro, fehlen dort allein 520 Euro. Ein monatlicher Liquiditätsplan macht diese Monate sichtbar.
Wer stark saisonal arbeitet, findet vertiefende Hinweise im Ratgeber Schwankende Einnahmen. Dort geht es um den unteren Einnahmenkorridor und die passende Laufzeit.
| Zeitraum | Freier Überschuss | Raten im Zeitraum | Ergebnis |
|---|---|---|---|
| 1. Quartal | 4.500 € | 5.160 € | −660 € |
| 2. Quartal | 9.300 € | 5.160 € | +4.140 € |
| 3. Quartal | 9.000 € | 5.160 € | +3.840 € |
| 4. Quartal | 7.200 € | 5.160 € | +2.040 € |
| Jahr | 30.000 € | 20.640 € | +9.360 € |
Häufige Fehler beim Berechnen der Kreditrate
Der häufigste Fehler ist, mit dem Umsatz statt mit dem Überschuss zu rechnen. Umsatz bezahlt erst Material, Löhne, Miete und Steuern. Für die Rate zählt nur, was danach übrig bleibt.
Ein zweiter Fehler ist es, Privatentnahmen zu niedrig anzusetzen. Wer im Plan mit wenig Lebenshaltung rechnet, in der Praxis aber mehr entnimmt, erzeugt eine Lücke. Nehmen Sie die tatsächlichen Entnahmen der letzten zwölf Monate als Grundlage. Steuernachzahlungen gehören ebenfalls in die Rechnung.
Ein dritter Fehler ist, bestehende Verpflichtungen zu vergessen. Leasingraten, ein laufender Kontokorrentkredit oder eine Ratenzahlung beim Lieferanten belasten dieselbe Kasse. Listen Sie alle Raten auf, bevor Sie eine neue einplanen.
Ein vierter Fehler ist die Rechnung ohne Puffer. Schon ein verspäteter Zahlungseingang kann dann die Rate gefährden. Ein Puffer und eine Reserve für den schwachen Monat sind keine Vorsicht aus Prinzip, sondern Teil der Rechnung.
- Gewinn und Abschreibungen aus den letzten Zahlen übernehmen
- Tatsächliche Privatentnahmen und Steuern abziehen
- Alle bestehenden Raten erfassen, auch Leasing
- Einen Puffer vom freien Überschuss abziehen
- Rate im schwächsten Monat oder Quartal prüfen
- Reserve für Lücken vor der Anfrage aufbauen
Welche Unterlagen belegen eine tragbare Rate?
Eine tragbare Rate belegen Sie mit aktuellen Zahlen, einem Liquiditätsplan und einer Übersicht über bestehende Kredite. Der IHK-Leitfaden nennt neben Erfolgs- und Liquiditätsvorschau ausdrücklich eine Kreditübersicht und die Darstellung der Kapitaldienstfähigkeit als Unterlagen für Finanzierungsgespräche.
Die aktuelle Lage zeigen BWA oder Einnahmenüberschussrechnung und Kontoauszüge. Die Vergangenheit zeigen Jahresabschlüsse oder Steuerbescheide. Die Zukunft zeigt Ihr Plan, in dem die neue Rate bereits enthalten ist. Je besser diese drei Teile zusammenpassen, desto glaubwürdiger ist Ihre Rechnung.
Legen Sie Ihre eigene Berechnung bei, so wie in den Tabellen oben. Sie zeigt dem Prüfer, dass Sie die Belastung kennen und eingeplant haben. Rückfragen lassen sich so oft vermeiden.
Aktualisieren Sie die Rechnung, sobald sich etwas Wesentliches ändert. Ein neuer Großkunde, eine Preiserhöhung beim Lieferanten oder eine zusätzliche Stelle verschieben den freien Überschuss. Wer die Rechnung einmal im Quartal neu aufstellt, erkennt früh, ob die Rate weiter trägt oder ob eine Sondertilgung möglich wird. Legen Sie die aktualisierte Fassung dann gleich zu Ihren Unterlagen.
- Aktuelle BWA oder Einnahmenüberschussrechnung
- Letzte zwei Jahresabschlüsse oder Steuerbescheide
- Kontoauszüge der letzten Monate
- Liquiditätsplan für zwölf Monate mit der neuen Rate
- Übersicht aller bestehenden Kredite und Leasingverträge
- Eigene Berechnung des freien Überschusses
Wie passt die berechnete Rate zu einer Anfrage über Vionor?
Mit Ihrer berechneten Obergrenze wählen Sie Betrag und Laufzeit, bevor Sie über Vionor einen Firmenkredit anfragen. Vionor vermittelt Firmenkredite von 10.000 bis 500.000 Euro mit Laufzeiten von 6 bis 60 Monaten und vergibt selbst keine Kredite. Die Anfrage ist kostenlos, unverbindlich und ohne SCHUFA-Abfrage. Der Finanzierungspartner kann bei seiner Prüfung Auskünfte einholen.
Anfragen können Unternehmen mit Sitz in Deutschland und mindestens sechs Monaten Geschäftstätigkeit. Jüngere Unternehmen können nicht anfragen. Als Orientierung gelten 50.000 Euro Jahresumsatz, liegt der Umsatz darunter, wird der Einzelfall geprüft.
Die tatsächliche Rate steht erst im Angebot. Zins, Zusage, Sicherheiten und Auszahlung entscheidet allein der Finanzierungspartner. Prüfen Sie jedes Angebot mit Ihrer eigenen Rechnung, bevor Sie annehmen.
Dieser Beitrag wurde mit KI-Unterstützung erstellt und vor der Veröffentlichung automatisch auf unsere redaktionellen Regeln geprüft: keine Zinsversprechen, keine Zusagen, nur geprüfte Quellen. Allgemeine Orientierung. Eine individuelle betriebswirtschaftliche, rechtliche oder steuerliche Beratung kann dieser Ratgeber nicht ersetzen.
FAQ
Häufige Fragen
Was Unternehmen zu diesem Thema am häufigsten fragen, kurz beantwortet.
Ihre Frage ist nicht dabei?
Schreiben Sie uns. Es antwortet die Person, die auch Ihre Anfrage bearbeitet.
E-Mail schreibenWie berechne ich die monatliche Kreditrate für mein Unternehmen?
Beim Annuitätendarlehen gilt: Rate = Kreditbetrag × Monatszins ÷ (1 − (1 + Monatszins) hoch minus Anzahl der Monate). Den Tilgungsanteil schätzen Sie, indem Sie den Kreditbetrag durch die Laufzeit in Monaten teilen. Die verbindliche Rate einschließlich Zinsen und Gebühren nennt immer das Angebot des Kreditgebers.
Was ist eine tragbare Kreditrate für Selbstständige?
Tragbar ist eine Rate, die Sie aus dem freien Überschuss nach Steuern, Privatentnahmen und bestehenden Raten zahlen können, auch im schwächsten Monat. Ein Puffer gehört dazu. Eine feste Quote vom Umsatz gibt es nicht.
Wie prüfe ich, ob ich mir die Kreditrate leisten kann?
Vereinfacht: Gewinn plus Abschreibungen, minus Steuern und Privatentnahmen, minus bestehende Raten. Das Ergebnis ist der freie Überschuss. Liegt der künftige Kapitaldienst darunter, ist die Kapitaldienstfähigkeit im Grundsatz gegeben.
Warum werden Abschreibungen zum Gewinn addiert?
Abschreibungen mindern den Gewinn, ohne dass im laufenden Jahr Geld abfließt. Das Geld für die Anschaffung ist bereits beim Kauf geflossen. Für die Frage, was zur Zahlung einer Rate zur Verfügung steht, werden sie deshalb wieder hinzugerechnet.
Senkt eine längere Laufzeit die Monatsrate?
Ja, weil sich die Tilgung auf mehr Monate verteilt. Dafür fallen über einen längeren Zeitraum Zinsen an, und die Gesamtkosten in Euro steigen meist. Die Laufzeit sollte zur Nutzungsdauer des finanzierten Vorhabens passen.
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