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Alternativen zum Kredit

Crowdlending für Unternehmen: Chancen und Grenzen

Crowdlending für Unternehmen sachlich eingeordnet: Modelle, Aufsicht, Kosten, Fundingschwelle und die Fragen, die Sie jeder Plattform stellen sollten.

Veröffentlicht am 4. Oktober 2026 · 8 Min. Lesezeit

Kurz beantwortet

Crowdlending ist ein Kredit, den viele Geldgeber über eine Internetplattform gemeinsam finanzieren. Für Unternehmen kann es eine Ergänzung zum Bankkredit sein, etwa für ein klar umrissenes Projekt. Grenzen setzen die Fundingschwelle, die Offenlegung von Unternehmensdaten und Gebühren der Plattform. Prüfen Sie vorab, wie die Plattform beaufsichtigt wird, welche Vertragsform genutzt wird und was die Finanzierung insgesamt kostet.

Das Wichtigste

  • Beim Crowdlending finanzieren viele Geldgeber über eine Plattform gemeinsam einen Kredit an ein Unternehmen.
  • Crowdinvesting arbeitet oft mit Nachrangdarlehen, die für das Unternehmen eigenkapitalähnlich wirken.
  • Plattformen sind entweder als Schwarmfinanzierungsdienstleister zugelassen oder als Finanzanlagenvermittler tätig.
  • Wird die Fundingschwelle nicht erreicht, fließt kein Geld, und die Zeit ist verloren.
  • Vergleichen Sie die Gesamtkosten aus Zinsen, Gebühren und eigenem Aufwand mit einem klassischen Kredit.

Was ist Crowdlending?

Crowdlending ist kreditbasiertes Crowdfunding: Ein Unternehmen erhält einen Kredit, den viele Geldgeber gemeinsam finanzieren. Die Vermittlung läuft über eine Internetplattform, die das Vorhaben vorstellt und die Geldgeber sammelt. Crowdfunding insgesamt nennt die BaFin auch Schwarmfinanzierung. Für das Unternehmen fühlt es sich ähnlich an wie ein Ratenkredit, nur dass dahinter viele kleine Geldgeber stehen.

Nach der Beschreibung der BaFin vermittelt die Plattform beim Crowdlending meist einen nicht nachrangigen Darlehensvertrag. Darlehensgeber ist dabei häufig ein Kreditinstitut, das den Rückzahlungsanspruch anschließend an einzelne Anleger verkauft. Die Plattform dient als Schnittstelle zwischen Unternehmen, Kreditinstitut und Anlegern. Je nach Plattform kann die Gestaltung abweichen.

Davon abzugrenzen ist das Crowdinvesting. Hier beteiligen sich Geldgeber am künftigen Erfolg eines Unternehmens, meist über Nachrangdarlehen. Spenden- und gegenleistungsbasiertes Crowdfunding verfolgen dagegen keine finanzielle Rendite und sind keine Finanzierung im engeren Sinn. Für Unternehmen, die Geld für ein Vorhaben brauchen, sind vor allem Crowdlending und Crowdinvesting relevant.

Der englische Begriff P2P-Kredit meint ursprünglich Kredite direkt zwischen Personen. Im Unternehmensbereich wird er oft gleichbedeutend mit Crowdlending verwendet. Entscheidend ist nicht das Etikett, sondern wer Ihr Vertragspartner ist und welche Rechte er hat.

Worin unterscheiden sich Crowdlending und Crowdinvesting?

Der wichtigste Unterschied liegt im Rang der Forderung. Beim Crowdlending ist der Kredit in der Regel nicht nachrangig, er steht also gleichrangig neben anderen Gläubigern. Beim Crowdinvesting nutzen Plattformen häufig Nachrangdarlehen nach dem Vermögensanlagengesetz. Im Insolvenzfall werden diese Geldgeber erst bedient, wenn alle anderen Gläubiger befriedigt sind.

Die BaFin weist auf eine besondere Form hin: das qualifizierte Nachrangdarlehen mit vorinsolvenzlicher Durchsetzungssperre. Dann darf das Unternehmen Zins und Rückzahlung verweigern, wenn diese Zahlungen zur Insolvenz führen würden. Für das Unternehmen wirkt das Geld dadurch eigenkapitalähnlich. Für die Anleger erhöht das das Risiko deutlich.

Für Ihr Unternehmen hat die Wahl Folgen. Ein nachrangiges Darlehen kann die Kreditwürdigkeit gegenüber einer Bank verbessern, ist aber für Geldgeber riskanter und damit meist teurer. Ein gleichrangiger Kredit ist einfacher, steht aber neben Ihren Bankkrediten. Wie Eigen- und Fremdkapital zusammenwirken, erklärt der Ratgeber Eigenkapital und Fremdkapital; eine verwandte Form von Mezzanine-Kapital beschreibt der Ratgeber Stille Beteiligung.

Crowdlending, Crowdinvesting und Bankkredit im Vergleich
MerkmalCrowdlendingCrowdinvestingBankkredit
Typische VertragsformDarlehen, meist nicht nachrangigOft NachrangdarlehenDarlehensvertrag mit der Bank
Rang in der InsolvenzIn der Regel gleichrangigNachrangigGleichrangig, oft besichert
ÖffentlichkeitProjekt wird auf Plattform vorgestelltProjekt und Zahlen werden vorgestelltVertraulich
AuszahlungErst nach erreichter FundingschwelleErst nach erreichter FundingschwelleNach Zusage und Erfüllung der Bedingungen
Aufsicht über VermittlerSF-VO-Zulassung oder GewerbeordnungSF-VO-Zulassung oder GewerbeordnungBankenaufsicht

Wie werden Crowdlending-Plattformen beaufsichtigt?

Crowdfunding-Plattformen arbeiten nach Angaben der BaFin entweder als Schwarmfinanzierungsdienstleister oder als Finanzanlagenvermittler nach der Gewerbeordnung. Schwarmfinanzierungsdienstleister brauchen eine Zulassung nach der europäischen Verordnung (EU) 2020/1503. Für Anbieter mit Sitz in Deutschland erteilt sie die BaFin, sonst die Aufsicht im jeweiligen EU-Staat. Die europäische Wertpapieraufsicht ESMA führt ein Register aller zugelassenen Anbieter. Über solche Plattformen kann ein Unternehmen nach Auskunft der ESMA insgesamt höchstens 5 Millionen Euro innerhalb von zwölf Monaten einsammeln.

Viele Plattformen arbeiten als Finanzanlagenvermittler und brauchen keine BaFin-Erlaubnis. Sie bieten überwiegend Nachrangdarlehen an. Diese Angebote ordnet die BaFin dem Grauen Kapitalmarkt zu, der nicht ihrer laufenden Aufsicht unterliegt. Für Sie als Unternehmen ist die Zulassung ein Hinweis auf Mindeststandards bei Organisation und Transparenz.

Wichtig ist eine Grenze der Aufsicht: Die BaFin prüft weder die vermittelten Projekte noch die Projektträger. Eine Zulassung sagt also nichts darüber, ob die Bedingungen für Ihr Unternehmen fair sind. Lesen Sie Rahmenvertrag, Gebührenordnung und Darlehensbedingungen deshalb selbst und lassen Sie sie im Zweifel rechtlich prüfen.

Prüfen Sie außerdem, wer Ihr Vertragspartner ist. Das kann die Plattform sein, ein kooperierendes Kreditinstitut oder jeder einzelne Anleger. Davon hängt ab, mit wem Sie bei Problemen verhandeln und wer Ihre Forderung später halten kann.

Was kostet Crowdlending und wie läuft es ab?

Crowdlending kostet Zinsen an die Geldgeber, Gebühren der Plattform und eigenen Aufwand für Vorbereitung und Kommunikation. Gebühren können als einmalige Vermittlungsgebühr, als laufende Servicegebühr oder als Erfolgsprovision anfallen. Fordern Sie eine vollständige Aufstellung aller Kosten an, bevor Sie einen Vertrag unterschreiben. Die BaFin rät Anlegern zur Vorsicht, wenn Kosten nicht nachvollziehbar sind; für Sie als Unternehmen gilt das genauso.

Der Ablauf beginnt mit einer Prüfung durch die Plattform. Sie bewertet das Unternehmen, legt Bedingungen fest und bereitet die Präsentation vor. Danach läuft die Finanzierungsphase, in der Anleger zeichnen. Erst wenn die vereinbarte Mindestsumme erreicht ist, die sogenannte Fundingschwelle, fließt das Geld.

Ein Beispiel mit runden Beträgen zeigt das Risiko. Ein Betrieb sucht 100.000 Euro für eine Erweiterung, die Fundingschwelle liegt bei 60.000 Euro. Kommen in der Laufzeit der Kampagne nur 50.000 Euro zusammen, erhalten die Anleger ihr Geld zurück, und das Unternehmen bekommt nichts. Die Wochen der Kampagne sind dann verloren, und der Bedarf besteht weiter.

Hinzu kommt die Öffentlichkeit. Das Vorhaben wird mit Zahlen und Plänen auf der Plattform vorgestellt. Wettbewerber, Kunden und Lieferanten können mitlesen. Überlegen Sie, welche Informationen Sie preisgeben wollen.

Für welche Unternehmen eignet sich Crowdlending?

Crowdlending eignet sich vor allem für Unternehmen mit einem klar umrissenen, gut erklärbaren Vorhaben und einer Kundschaft, die sich mit dem Betrieb identifiziert. Laut BaFin nutzen vor allem Unternehmen Crowdfunding, die ihre Vorhaben nicht auf herkömmliche Weise finanzieren können oder wollen. Typisch sind junge Unternehmen, Immobilienprojekte und Anlagen für erneuerbare Energien. Eine starke Gemeinschaft aus Kunden kann die Kampagne zusätzlich tragen.

Weniger geeignet ist Crowdlending für akuten Liquiditätsbedarf. Die Kampagne braucht Zeit, und ihr Ergebnis ist ungewiss. Wer in wenigen Wochen eine Lücke schließen muss, braucht eine planbare Lösung. Hilfreich sind dann eher ein Kredit mit klarer Prüfung oder Instrumente wie Factoring.

Prüfen Sie vor einer Entscheidung diese Fragen an jede Plattform. Sie helfen, Angebote vergleichbar zu machen und Risiken früh zu erkennen.

  • Ist die Plattform als Schwarmfinanzierungsdienstleister zugelassen oder als Finanzanlagenvermittler tätig?
  • Wer ist Darlehensgeber und wer hält später die Forderung?
  • Ist das Darlehen nachrangig oder gleichrangig?
  • Welche Gebühren fallen einmalig, laufend und bei Erfolg an?
  • Wie hoch ist die Fundingschwelle und wie lange dauert die Kampagne?
  • Welche Unternehmensdaten werden veröffentlicht?
  • Welche Sicherheiten oder Bürgschaften werden verlangt?

Häufige Fehler bei Crowdlending

Ein häufiger Fehler ist, nur den Zins zu vergleichen. Gebühren der Plattform und der eigene Aufwand für Kampagne und Berichtspflichten gehören zu den Gesamtkosten. Rechnen Sie alle Posten über die gesamte Laufzeit zusammen und vergleichen Sie die Summe mit einem klassischen Kredit. Worauf es beim Kostenvergleich ankommt, erklärt der Ratgeber Effektivzins beim Firmenkredit.

Ein zweiter Fehler ist fehlende Planung für den Fall, dass die Fundingschwelle verfehlt wird. Halten Sie einen zweiten Weg bereit, bevor die Kampagne startet. Sonst geraten Sie unter Druck und akzeptieren schlechtere Bedingungen. Ein Zeitpuffer von einigen Wochen ist das Mindeste.

Ein dritter Fehler betrifft bestehende Kreditverträge. Viele Darlehensverträge enthalten Klauseln, die weitere Verschuldung oder Sicherheiten für Dritte einschränken. Prüfen Sie diese Klauseln vor einer Kampagne und sprechen Sie mit Ihren Finanzierungspartnern. Ein Vertragsbruch kann eine Kündigung auslösen.

Schließlich unterschätzen viele die laufende Kommunikation. Anleger erwarten Berichte über den Fortschritt, oft über Jahre. Planen Sie dafür feste Zuständigkeiten ein, damit die Pflicht nicht im Tagesgeschäft untergeht. Klären Sie vor Vertragsschluss, welche Berichte in welchem Takt geschuldet sind und was bei verspäteten Berichten passiert.

Wie unterscheidet sich eine Anfrage über Vionor von Crowdlending?

Vionor ist keine Crowdfunding-Plattform, sondern Kreditvermittler. Über Vionor fragen Unternehmen einen Firmenkredit von 10.000 bis 500.000 Euro mit Laufzeiten von 6 bis 60 Monaten bei Finanzierungspartnern an. Es gibt keine öffentliche Kampagne und keine Fundingschwelle. Ihre Angaben gehen nur an die Partner, die für Ihr Vorhaben in Frage kommen.

Vionor vermittelt die Anfrage nur und vergibt selbst keine Kredite. Zins, Zusage, Sicherheiten und Auszahlung entscheidet allein der jeweilige Finanzierungspartner nach seiner Prüfung. Die Anfrage ist kostenlos, unverbindlich und löst keine SCHUFA-Abfrage aus; der Partner kann bei seiner Prüfung Auskünfte einholen. Voraussetzungen sind ein Sitz in Deutschland und mindestens sechs Monate Geschäftstätigkeit; als Orientierung gelten 50.000 Euro Jahresumsatz, darunter wird der Einzelfall geprüft.

Für sehr junge Unternehmen unter sechs Monaten ist eine Anfrage über Vionor nicht möglich. Für diese Phase beschreibt der Ratgeber Kredit für junge Unternehmen, welche Wege es gibt. Eine weitere Alternative zum Bankkredit, die Rückzahlung an den Umsatz koppelt, beschreibt der Ratgeber Revenue-based Financing.

Dieser Beitrag wurde mit KI-Unterstützung erstellt und vor der Veröffentlichung automatisch auf unsere redaktionellen Regeln geprüft: keine Zinsversprechen, keine Zusagen, nur geprüfte Quellen. Allgemeine Orientierung. Eine individuelle betriebswirtschaftliche, rechtliche oder steuerliche Beratung kann dieser Ratgeber nicht ersetzen.

FAQ

Häufige Fragen

Was Unternehmen zu diesem Thema am häufigsten fragen, kurz beantwortet.

Ihre Frage ist nicht dabei?

Schreiben Sie uns. Es antwortet die Person, die auch Ihre Anfrage bearbeitet.

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Ist Crowdlending für Unternehmen seriös?

Crowdlending ist eine anerkannte Finanzierungsform, die Qualität der Plattformen unterscheidet sich aber. Achten Sie darauf, ob die Plattform als Schwarmfinanzierungsdienstleister zugelassen ist. Die BaFin prüft die vermittelten Projekte jedoch nicht, deshalb sollten Sie Verträge und Kosten selbst prüfen.

Was ist der Unterschied zwischen Crowdlending und Crowdfunding?

Crowdfunding ist der Oberbegriff für Finanzierungen über viele Geldgeber. Crowdlending ist die kreditbasierte Form, bei der das Unternehmen ein Darlehen zurückzahlt. Daneben gibt es Crowdinvesting sowie spenden- und gegenleistungsbasiertes Crowdfunding.

Was passiert, wenn die Fundingschwelle nicht erreicht wird?

Dann kommt die Finanzierung nicht zustande, und die Anleger erhalten ihr Geld in der Regel zurück. Das Unternehmen erhält nichts. Laut BaFin können Plattformen in diesem Fall einen Teil einbehalten, um ihre Kosten zu decken.

Wird ein Crowdlending-Kredit in der Bilanz als Eigenkapital gezeigt?

Ein gewöhnlicher Crowdlending-Kredit ist Fremdkapital und steht bei den Verbindlichkeiten. Nachrangdarlehen aus dem Crowdinvesting können wirtschaftlich eigenkapitalähnlich wirken. Wie sie bilanziert werden, sollten Sie mit Ihrer Steuerberatung klären.

Wie lange dauert eine Finanzierung über Crowdlending?

Die Dauer hängt von Prüfung, Vorbereitung und Kampagne ab und ist im Voraus nicht sicher. Erst wenn die Fundingschwelle erreicht ist, fließt Geld. Für akuten Liquiditätsbedarf ist Crowdlending deshalb meist zu unsicher.

Ihre Finanzierung beginnt mit einer Anfrage.

Fünf Minuten, ohne Unterlagen. Sie erhalten eine persönliche Einschätzung zu Ihrem Vorhaben.

  • Kostenlos und unverbindlich
  • Anfrage ohne SCHUFA-Abfrage
  • Rückmeldung in der Regel am nächsten Werktag