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Wareneinkauf und Betriebsmittel

Import finanzieren: Vorkasse, Akkreditiv und Transportzeit überbrücken

Import finanzieren: Wie Vorkasse, Akkreditiv, Transportzeit und Einfuhrumsatzsteuer Geld binden und wie Sie die Lücke bis zum Verkauf planen. Mit Rechnung.

Veröffentlicht am 4. Oktober 2026 · 9 Min. Lesezeit

Kurz beantwortet

Einen Import finanzieren Sie, indem Sie die Zeit zwischen der Zahlung an den ausländischen Lieferanten und dem Geldeingang aus dem Verkauf überbrücken. Diese Lücke entsteht aus Vorkasse oder Akkreditiv, Produktions- und Transportzeit, Zoll und Einfuhrumsatzsteuer sowie Lager- und Zahlungszielen. Wer sie Woche für Woche durchrechnet, kennt den Spitzenbedarf und kann ihn mit Lieferantenbedingungen, Zahlungsaufschub beim Zoll und einer passenden Finanzierung gezielt schließen.

Das Wichtigste

  • Beim Import liegen zwischen der ersten Zahlung an den Lieferanten und dem Geldeingang vom Kunden schnell mehrere Monate.
  • Vorkasse verlagert das Lieferrisiko auf Sie; ein Akkreditiv sichert beide Seiten, bindet aber ebenfalls Liquidität.
  • Die Einfuhrumsatzsteuer ist als Vorsteuer abziehbar, muss ohne Zahlungsaufschub aber zunächst bezahlt werden.
  • Mit bewilligtem Zahlungsaufschub ist die Einfuhrumsatzsteuer erst am 26. des zweiten Folgemonats fällig (§ 21 Abs. 3a UStG).
  • Ein Wochenplan der Zahlungen zeigt den Spitzenbedarf, den eine Finanzierung decken muss.

Warum bindet ein Import so viel Liquidität?

Ein Import bindet viel Liquidität, weil Sie den Lieferanten bezahlen, lange bevor die Ware bei Ihnen verkauft ist. Ausländische Lieferanten verlangen bei neuen Geschäftsbeziehungen oft Vorkasse oder eine Anzahlung bei Bestellung. Danach folgen Produktion, Transport, Zollabfertigung, Lagerzeit und das Zahlungsziel Ihrer Kunden. Erst am Ende dieser Kette kommt das Geld zurück.

Im Inlandseinkauf liegt zwischen Bestellung und Lieferung oft nur wenig Zeit, und Lieferanten gewähren Zahlungsziele. Beim Import aus Übersee kann allein die Seefracht mehrere Wochen dauern. Kommen Produktionszeit und Lagerdauer hinzu, ist Ihr Geld schnell vier bis sechs Monate gebunden. Diese Spanne ist die eigentliche Finanzierungslücke.

Hinzu kommen Kosten, die erst an der Grenze sichtbar werden: Fracht, Versicherung, Zoll und Einfuhrumsatzsteuer. Gerade die Einfuhrumsatzsteuer überrascht viele Importeure. Sie ist zwar am Ende als Vorsteuer abziehbar, muss aber zunächst bezahlt werden, sofern kein Zahlungsaufschub bewilligt ist.

Der Ratgeber Einkaufsfinanzierung beschreibt allgemeine Modelle für den Wareneinkauf. Dieser Artikel konzentriert sich auf das, was den Import besonders macht: Zahlungsbedingungen im Außenhandel, Transportzeit und Einfuhrabgaben.

Vorkasse, Akkreditiv oder offene Rechnung: Was bedeutet das für Importeure?

Für Importeure ist die Zahlungsbedingung die wichtigste Stellschraube für Risiko und Liquidität. Die IHK Region Stuttgart unterscheidet Vorauszahlung, offene Rechnung, Dokumenteninkasso und Dokumentenakkreditiv. Bei der Vorkasse tragen Sie das volle Lieferrisiko: Sie zahlen, bevor Sie die Ware prüfen können. Bei der offenen Rechnung trägt der Lieferant das Risiko, gewährt sie aber meist erst nach längerer Zusammenarbeit.

Das Akkreditiv liegt dazwischen. Ihre Bank eröffnet es im Auftrag Ihres Unternehmens und verpflichtet sich, an den Lieferanten zu zahlen, sobald er die vereinbarten Dokumente vorlegt, etwa Rechnung, Konnossement oder Ursprungszeugnis. Das Akkreditiv ist vom Grundgeschäft losgelöst: Die Bank prüft Dokumente, nicht die Ware. International gelten dafür die einheitlichen Richtlinien ERA 600.

Auch ein Akkreditiv kostet Liquidität. Die eröffnende Bank prüft Ihre Bonität und kann das Akkreditiv auf Ihre Kreditlinie anrechnen oder eine Deckung verlangen. Formulieren Sie die Dokumentenanforderungen sorgfältig, denn schon kleine Abweichungen führen zu Verzögerungen. Wie die Gegenseite das Geschäft absichert, zeigt der Ratgeber Exportfinanzierung.

Zahlungsbedingungen im Import aus Sicht des Käufers
ZahlungsbedingungRisiko für SieWirkung auf Ihre Liquidität
VorkasseHoch: Zahlung vor Prüfung der WareGeld früh und lange gebunden
Anzahlung plus Rest vor VerschiffungMittel bis hochGebunden ab Bestellung
DokumentenakkreditivGering: Zahlung nur gegen DokumenteKreditlinie oder Deckung gebunden
DokumenteninkassoMittel: Zahlung gegen Dokumente, ohne BankgarantieZahlung bei Ankunft der Dokumente
Offene RechnungGeringZahlung nach Erhalt, am günstigsten

Wie wirken Zoll und Einfuhrumsatzsteuer auf die Liquidität?

Zoll und Einfuhrumsatzsteuer werden bei der Einfuhr fällig und erhöhen den Bedarf im Moment der Ankunft. Die Einfuhrumsatzsteuer bemisst sich nach § 11 UStG am Zollwert der Ware zuzüglich Zoll und Beförderungskosten bis zum ersten Bestimmungsort in der EU. Auf diese Summe fällt beim allgemeinen Satz nach § 12 UStG Umsatzsteuer von 19 Prozent an. Die Höhe des Zolls hängt von Ware und Herkunft ab.

Nach § 15 Abs. 1 Satz 1 Nr. 2 UStG können Sie die entstandene Einfuhrumsatzsteuer für Waren, die Sie für Ihr Unternehmen einführen, als Vorsteuer abziehen. Sie belastet Sie also nicht endgültig. Bezahlen Sie sie aber sofort bei der Einfuhr, liegt das Geld bis zur Verrechnung mit der nächsten Umsatzsteuer-Voranmeldung beim Fiskus.

Hier hilft der Zahlungsaufschub. Der Zoll bewilligt ihn Unternehmen mit regelmäßigen Einfuhren, nach Angaben der Zollverwaltung mindestens zwei im Monat oder 25 im Jahr. Mit Aufschub ist Zoll am 16. des Folgemonats fällig, die Einfuhrumsatzsteuer nach § 21 Abs. 3a UStG erst am 26. des zweiten Folgemonats. Für voll vorsteuerabzugsfähige Einfuhrumsatzsteuer kann der Zoll auf eine Sicherheit verzichten; Zoll selbst setzt eine Gesamtsicherheit voraus.

Wer nur gelegentlich importiert, kann einen Aufschub häufig über den Spediteur nutzen, wenn dieser ein eigenes Aufschubkonto hat. Klären Sie die Kosten dafür vorher. Bei steuerlichen Detailfragen hilft Ihre Steuerberatung.

Wie groß ist die Finanzierungslücke bei einem Import?

Die Finanzierungslücke ist so groß wie der höchste Betrag, den Sie zwischen erster Zahlung und erstem Kundengeld vorstrecken. Ein Beispiel mit runden Zahlen: Ein Händler bestellt Ware für 100.000 Euro in Übersee. Bei Bestellung zahlt er 30.000 Euro an, die restlichen 70.000 Euro vor der Verschiffung nach acht Wochen Produktion. Fracht und Versicherung kosten 6.000 Euro, die Seefracht dauert sechs Wochen.

Bei Ankunft fällt im Beispiel ein Zoll von 4.000 Euro an. Die Einfuhrumsatzsteuer berechnet sich auf 110.000 Euro und beträgt 20.900 Euro. Ohne Zahlungsaufschub zahlt der Händler in Woche 14 also 24.900 Euro an der Grenze. Danach liegt die Ware vier Wochen im Lager, und seine Kunden zahlen 30 Tage nach Lieferung.

Die Tabelle zeigt den kumulierten Mittelabfluss. Der Spitzenbedarf liegt bei 130.900 Euro, bevor die Vorsteuer verrechnet wird und Kundengeld eingeht. Mit Zahlungsaufschub ist die Einfuhrumsatzsteuer bei monatlicher Voranmeldung meist erst fällig, wenn die Vorsteuer bereits verrechnet ist; der Spitzenbedarf sinkt dann auf rund 110.000 Euro. Diese Zahl ist die Grundlage für jede Finanzierungsanfrage.

Beispiel: Kumulierter Mittelabfluss bei einem Import über 100.000 Euro Warenwert (ohne Zahlungsaufschub)
ZeitpunktZahlungBetragKumuliert gebunden
Woche 0Anzahlung bei Bestellung30.000 Euro30.000 Euro
Woche 8Restzahlung vor Verschiffung70.000 Euro100.000 Euro
Woche 8Fracht und Versicherung6.000 Euro106.000 Euro
Woche 14Zoll und Einfuhrumsatzsteuer24.900 Euro130.900 Euro
ab Woche 18Verkauf, Kundenzahlung nach 30 TagenRückfluss beginntsinkt schrittweise

Wie schließen Sie die Lücke beim Import?

Sie schließen die Lücke am wirksamsten in zwei Schritten: erst den Bedarf durch bessere Bedingungen senken, dann den Rest gezielt finanzieren. Jede Woche, die Sie später zahlen oder früher verkaufen, verringert den Betrag. Verhandeln Sie mit dem Lieferanten eine kleinere Anzahlung, ein Akkreditiv statt Vorkasse oder nach einigen Lieferungen ein Zahlungsziel. Nutzen Sie den Zahlungsaufschub beim Zoll, wenn Sie regelmäßig importieren.

Für den verbleibenden Bedarf passt eine Finanzierung, deren Laufzeit zum Warenumschlag passt. Bei einer einmaligen Großbestellung kann ein Kredit über einige Monate genügen. Wer laufend importiert, braucht eher eine Lösung, die sich bei jeder Bestellung wiederholt, etwa eine Kreditlinie. Wie Lieferanten selbst als Finanzierer wirken, beschreibt der Ratgeber Lieferantenkredit.

Rechnen Sie bei Fremdwährung einen Puffer ein. Steigt der Kurs zwischen Bestellung und Restzahlung, wird die Ware in Euro teurer. Planen Sie außerdem Verzögerungen bei Produktion, Hafen und Zoll ein. Eine Woche Verzug verschiebt den gesamten Rückfluss.

  • Anzahlung verringern oder Akkreditiv statt Vorkasse vereinbaren
  • Nach erfolgreichen Lieferungen ein Zahlungsziel verhandeln
  • Zahlungsaufschub beim Zoll beantragen oder über den Spediteur nutzen
  • Einfuhrumsatzsteuer sofort in der Voranmeldung als Vorsteuer geltend machen
  • Fremdwährungsrisiko mit einem Puffer oder einer Absicherung berücksichtigen
  • Lagerzeit durch Vorverkauf oder Abrufaufträge verkürzen

Häufige Fehler bei der Importfinanzierung

Der häufigste Fehler ist, nur den Warenwert zu finanzieren. Fracht, Versicherung, Zoll und Einfuhrumsatzsteuer kommen hinzu und fallen zu einem Zeitpunkt an, an dem die Kasse ohnehin leer ist. Im Beispiel macht das fast ein Drittel zusätzlich zum Warenwert aus. Wer das übersieht, steht mit der Ware im Hafen und kann sie nicht auslösen.

Ein zweiter Fehler ist eine zu kurze Laufzeit. Wer die Rückzahlung auf den Ankunftstermin legt, vergisst Lagerzeit und Kundenzahlungsziel. Ein dritter Fehler ist Vorkasse an einen unbekannten Lieferanten ohne jede Absicherung. Prüfen Sie neue Lieferanten sorgfältig, bevor Sie größere Beträge überweisen.

Unterschätzt wird auch der Aufwand im Akkreditiv. Fehlerhafte oder verspätete Dokumente können die Zahlung blockieren und Lieferungen verzögern. Stimmen Sie die Bedingungen vor der Eröffnung mit Lieferant und Bank ab.

Wie lässt sich ein Import über Vionor finanzieren?

Über Vionor fragen Unternehmen eine Finanzierung für den Wareneinkauf an, etwa um Anzahlung, Restzahlung und Einfuhrabgaben eines Imports vorzufinanzieren. Möglich sind Beträge von 10.000 bis 500.000 Euro mit Laufzeiten von 6 bis 60 Monaten; was Handelsbetriebe dabei beachten, zeigt die Seite Kredit für den Handel. Vionor ist Kreditvermittler und vergibt keine Kredite; ob und wie finanziert wird, entscheidet der Finanzierungspartner nach seiner Prüfung.

Akkreditive, Zollbürgschaften und Aufschubkonten vermittelt Vionor nicht. Akkreditive eröffnet Ihre Hausbank, den Zahlungsaufschub bewilligt der Zoll. Die Anfrage über Vionor ist kostenlos, unverbindlich und löst keine SCHUFA-Abfrage aus; der Partner kann bei seiner Prüfung Auskünfte einholen. Voraussetzung sind ein Sitz in Deutschland und mindestens sechs Monate Geschäftstätigkeit; als Orientierung gelten 50.000 Euro Jahresumsatz, darunter wird der Einzelfall geprüft.

Fazit: Den Import Woche für Woche rechnen

Ein Import ist eine Kette von Zahlungen, die lange vor dem ersten Verkauf beginnt. Wer Anzahlung, Restzahlung, Fracht, Zoll und Einfuhrumsatzsteuer in einen Wochenplan schreibt, erkennt den Spitzenbedarf sofort. Danach lässt er sich mit besseren Bedingungen verkleinern und mit einer passenden Finanzierung decken.

Planen Sie die Laufzeit bis zum Geldeingang Ihrer Kunden, nicht bis zur Ankunft der Ware. Rechnen Sie Puffer für Verzögerungen und Wechselkurs ein. Dann wird der Import zu einem planbaren Geschäft statt zu einem Liquiditätsrisiko.

Dieser Beitrag wurde mit KI-Unterstützung erstellt und vor der Veröffentlichung automatisch auf unsere redaktionellen Regeln geprüft: keine Zinsversprechen, keine Zusagen, nur geprüfte Quellen. Allgemeine Orientierung. Eine individuelle betriebswirtschaftliche, rechtliche oder steuerliche Beratung kann dieser Ratgeber nicht ersetzen.

FAQ

Häufige Fragen

Was Unternehmen zu diesem Thema am häufigsten fragen, kurz beantwortet.

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Wie kann ich Importware finanzieren?

Berechnen Sie zuerst den Spitzenbedarf aus Anzahlung, Restzahlung, Fracht, Zoll und Einfuhrumsatzsteuer bis zum Geldeingang Ihrer Kunden. Senken Sie ihn mit besseren Lieferantenbedingungen und Zahlungsaufschub beim Zoll. Den Rest decken Sie mit einem Kredit oder einer Kreditlinie, deren Laufzeit zum Warenumschlag passt.

Was ist ein Akkreditiv beim Import?

Ein Akkreditiv ist ein Zahlungsversprechen Ihrer Bank an den Lieferanten. Die Bank zahlt, sobald der Lieferant die vereinbarten Dokumente vorlegt. Es ist vom Grundgeschäft losgelöst, die Bank prüft also Dokumente und nicht die Ware. International gelten die Richtlinien ERA 600.

Wann muss die Einfuhrumsatzsteuer bezahlt werden?

Ohne Zahlungsaufschub wird sie bei der Einfuhr fällig. Mit bewilligtem Zahlungsaufschub ist sie nach § 21 Abs. 3a UStG am 26. des zweiten auf die Einfuhr folgenden Kalendermonats fällig. Als Vorsteuer abziehbar ist sie nach § 15 Abs. 1 Satz 1 Nr. 2 UStG, wenn die Ware für Ihr Unternehmen eingeführt wurde.

Wer bekommt einen Zahlungsaufschub beim Zoll?

Der Zoll bewilligt ihn Unternehmen mit regelmäßigen Einfuhren, nach Angaben der Zollverwaltung mindestens zwei im Monat oder 25 im Jahr. Nötig ist grundsätzlich eine Gesamtsicherheit; für voll vorsteuerabzugsfähige Einfuhrumsatzsteuer kann darauf verzichtet werden. Gelegentliche Importeure nutzen oft das Aufschubkonto ihres Spediteurs.

Kann man Vorkasse an einen Lieferanten mit einem Kredit finanzieren?

Ja, mit einem Betriebsmittel- oder Einkaufskredit, wenn der Verkauf der Ware die Rückzahlung trägt. Planen Sie die Laufzeit bis zur Zahlung Ihrer Kunden und berücksichtigen Sie Fracht, Zoll und Einfuhrumsatzsteuer. Über die Finanzierung entscheidet der Finanzierungspartner nach seiner Prüfung.

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