Alternativen zum Kredit
Sale and Lease Back: Liquidität aus eigenen Maschinen gewinnen
Sale and Lease Back erklärt: wie Sie Maschinen verkaufen und zurückleasen, wann sich der Rückmietverkauf lohnt und welche Risiken Sie prüfen sollten.
Veröffentlicht am 4. Oktober 2026 · 8 Min. Lesezeit
Kurz beantwortet
Sale and Lease Back bedeutet, dass Ihr Unternehmen eine eigene Maschine oder Anlage an eine Leasinggesellschaft verkauft und sie anschließend zurückleast. Sie erhalten den Kaufpreis als Liquidität und nutzen das Objekt weiter, zahlen dafür aber Leasingraten und geben das Eigentum ab. Der Rückmietverkauf lohnt sich vor allem, wenn viel Kapital in bezahlten, werthaltigen Maschinen steckt und das Geld für ein tragfähiges Vorhaben gebraucht wird.
Das Wichtigste
- Beim Sale and Lease Back verkaufen Sie ein eigenes Wirtschaftsgut an eine Leasinggesellschaft und leasen es zurück.
- Der Verkaufserlös bringt einmalig Liquidität, die laufenden Leasingraten belasten dafür künftig jeden Monat.
- Nur Objekte, die Ihnen frei gehören, lassen sich verkaufen; Eigentumsvorbehalt und Sicherungsübereignung müssen vorher geklärt sein.
- Ob sich der Rückmietverkauf lohnt, zeigt der Vergleich der Gesamtkosten in Euro mit einem Kredit für denselben Betrag.
Was ist Sale and Lease Back?
Sale and Lease Back ist ein Rückmietverkauf: Ihr Unternehmen verkauft ein eigenes Wirtschaftsgut an eine Leasinggesellschaft und least es sofort zurück. Der Bundesverband Deutscher Leasing-Unternehmen beschreibt es so, dass die Leasinggesellschaft das Objekt vom künftigen Leasingnehmer kauft und es ihm anschließend wieder verleast. Die Maschine bleibt in Ihrer Halle, nur der Eigentümer wechselt.
Der Effekt ist ein einmaliger Zufluss von Liquidität. Die IHK Nord Westfalen beschreibt Sale and Lease Back als Verkauf und Rückanmietung betriebsnotwendigen Vermögens, bei dem der Veräußerungserlös die Liquidität erhöht. Gleichzeitig entsteht eine laufende Verpflichtung, denn ab sofort zahlen Sie Leasingraten für ein Objekt, das vorher bezahlt war.
Typische Objekte sind Produktionsmaschinen, Werkzeugmaschinen, Fahrzeuge, Baumaschinen oder technische Anlagen. Voraussetzung ist ein Gegenstand mit verlässlichem Marktwert, den die Leasinggesellschaft im Notfall verwerten kann. Spezialanfertigungen ohne Wiederverkaufsmarkt eignen sich deshalb kaum.
Vom normalen Leasing unterscheidet sich Sale and Lease Back nur im Ausgangspunkt. Beim normalen Leasing kauft die Leasinggesellschaft ein neues Objekt beim Hersteller. Beim Rückmietverkauf kauft sie ein Objekt, das Sie bereits besitzen. Wie Leasing und Kredit grundsätzlich zueinander stehen, erklärt der Ratgeber Leasing oder Kredit.
Wie läuft ein Sale and Lease Back ab?
Ein Sale and Lease Back läuft in fünf Schritten ab: Auswahl der Objekte, Prüfung der Eigentumsverhältnisse, Bewertung, Vertragsschluss und Auszahlung. Am Anfang steht die Frage, welche Maschinen überhaupt infrage kommen. Ideal sind Objekte, die vollständig bezahlt und frei von Rechten Dritter sind.
Die Eigentumsfrage ist entscheidend. Liefert ein Händler unter Eigentumsvorbehalt nach § 449 BGB, gehört die Maschine bis zur vollständigen Zahlung ihm. Haben Sie eine Maschine einer Bank zur Sicherheit übereignet, ist sie ebenfalls nicht frei verkäuflich. Wie diese Sicherheit funktioniert, erklärt der Ratgeber Sicherungsübereignung.
Beim Leasingvertrag selbst gibt es zwei Grundformen, die der BDL unterscheidet. Bei der Vollamortisation decken Ihre Raten während der Grundmietzeit die gesamten Anschaffungskosten der Leasinggesellschaft. Bei der Teilamortisation bleibt am Ende ein Restwert offen, der über Rückkauf, Verlängerung oder Verwertung ausgeglichen wird. Welche Form vorliegt, bestimmt, wie hoch die Raten sind und was am Vertragsende auf Sie zukommt. Fragen Sie deshalb immer nach dem Restwert und danach, wer das Risiko trägt, wenn die Maschine am Ende weniger wert ist.
Die folgenden Schritte zeigen den typischen Ablauf. Rechnen Sie zwischen Anfrage und Auszahlung mit einer Bewertung durch die Leasinggesellschaft, die Zeit braucht.
- Anlagenverzeichnis durchgehen und werthaltige, bezahlte Maschinen auswählen.
- Eigentum prüfen: Eigentumsvorbehalte, Sicherungsübereignungen und Rechte Dritter klären.
- Unterlagen bereitstellen: Rechnungen, Baujahr, Wartungsnachweise, Zustand.
- Bewertung durch die Leasinggesellschaft oder einen Gutachter abwarten.
- Kaufvertrag und Leasingvertrag gemeinsam prüfen, einschließlich Restwert und Laufzeit.
- Steuerliche und bilanzielle Folgen vor Unterschrift mit der Steuerberatung klären.
Wann ist Sale and Lease Back sinnvoll?
Sale and Lease Back ist sinnvoll, wenn viel Kapital in bezahlten Maschinen gebunden ist und das Geld für ein Vorhaben gebraucht wird, das sich selbst trägt. Typisch ist ein Betrieb, der seine Maschinen über Jahre aus eigenen Mitteln bezahlt hat und nun investieren oder einen großen Auftrag vorfinanzieren will. Die Maschinen werden dann zur Finanzierungsquelle.
Der BDL nennt neben dem Liquiditätszufluss die Verbesserung von Bilanzkennzahlen und die Möglichkeit, stille Reserven zu heben. Stille Reserven sind die Differenz zwischen dem niedrigen Buchwert einer abgeschriebenen Maschine und ihrem höheren Marktwert. Beim Verkauf wird diese Differenz sichtbar.
Weniger geeignet ist der Rückmietverkauf, um dauerhafte Verluste zu überbrücken. Dann löst er das Problem nicht, sondern ersetzt einen Vermögenswert durch eine monatliche Last. Wenn die Ursache eines Engpasses unklar ist, hilft zuerst der Blick in den Ratgeber Liquiditätsengpass überbrücken.
Sinnvoll kann Sale and Lease Back auch sein, wenn andere Sicherheiten fehlen. Die Leasinggesellschaft stützt sich vor allem auf den Wert des Objekts, weil sie dessen Eigentümerin wird. Ob ein Angebot zustande kommt, hängt trotzdem von ihrer Prüfung Ihres Unternehmens ab.
Was kostet Sale and Lease Back im Vergleich zum Kredit?
Was Sale and Lease Back kostet, sehen Sie an der Differenz zwischen allen Zahlungen an die Leasinggesellschaft und dem Kaufpreis, den Sie erhalten. Diese Differenz vergleichen Sie mit den Gesamtkosten eines Kredits über denselben Betrag. Alle Zahlen im Beispiel sind runde Beispielwerte, keine Konditionen.
Eine Maschine steht mit 40.000 Euro in den Büchern, ihr Marktwert liegt höher. Die Leasinggesellschaft kauft sie für 100.000 Euro. Sie zahlen 48 Monate lang 2.300 Euro, zusammen 110.400 Euro, und können die Maschine am Ende laut Vertrag für 5.000 Euro zurückkaufen. Die Liquidität kostet Sie damit 15.400 Euro.
Ein Kredit über 100.000 Euro mit derselben Laufzeit würde laut einem angenommenen Angebot insgesamt 112.000 Euro Rückzahlung bedeuten, also 12.000 Euro Kosten. Dafür bliebe die Maschine Ihr Eigentum, wäre aber möglicherweise als Sicherheit übereignet. Erst dieser Vergleich mit echten Angeboten zeigt, welcher Weg günstiger ist.
Zusätzlich entsteht im Beispiel ein Buchgewinn von 60.000 Euro, weil der Kaufpreis den Buchwert übersteigt. Wie dieser Gewinn steuerlich zu behandeln ist und ob Umsatzsteuer anfällt, klären Sie vorab mit Ihrer Steuerberatung.
| Position | Sale and Lease Back | Kredit |
|---|---|---|
| Liquidität bei Abschluss | 100.000 € | 100.000 € |
| Zahlungen über 48 Monate | 48 × 2.300 € = 110.400 € | 112.000 € laut angenommenem Angebot |
| Rückkauf am Ende | 5.000 € | entfällt |
| Kosten der Liquidität | 15.400 € | 12.000 € |
| Eigentum an der Maschine | bei der Leasinggesellschaft | bei Ihrem Betrieb, ggf. sicherungsübereignet |
Welche Risiken hat Sale and Lease Back?
Das größte Risiko beim Sale and Lease Back ist, dass Sie einen bezahlten Vermögenswert gegen eine feste monatliche Last tauschen. In schwachen Monaten müssen die Raten trotzdem gezahlt werden. Geraten Sie in Rückstand, kann die Leasinggesellschaft den Vertrag nach seinen Bedingungen kündigen und die Maschine zurückverlangen, die Sie für die Produktion brauchen.
Ein zweites Risiko liegt im Kaufpreis. Die Leasinggesellschaft kauft eher vorsichtig, weil sie das Objekt im Notfall verwerten muss. Lassen Sie den Marktwert deshalb unabhängig einschätzen, bevor Sie verhandeln. Ein niedriger Kaufpreis bei hohen Raten macht die Liquidität teuer.
Drittens ändern sich Bilanz und Steuer. Wem ein Leasingobjekt wirtschaftlich zuzurechnen ist, regeln § 39 AO und § 246 HGB; nach Angaben des BDL bestimmen vier Leasing-Erlasse des Bundesfinanzministeriums die steuerliche Zurechnung. Je nach Vertragsgestaltung kann die Maschine also trotz Verkauf weiter bei Ihnen bilanziert werden. Das ist eine Frage für Ihre Steuerberatung.
Viertens zählt die Seriosität des Partners. Finanzierungsleasing ist nach § 1 Abs. 1a Satz 2 Nr. 10 KWG eine Finanzdienstleistung, braucht eine Erlaubnis und unterliegt der Aufsicht der BaFin. Prüfen Sie vor Vertragsschluss, ob die Leasinggesellschaft die nötige Erlaubnis besitzt, und lesen Sie die Regelungen zu Wartung, Versicherung und Rückgabe genau.
Welche Alternative bietet eine Kreditanfrage über Vionor?
Vionor vermittelt Firmenkredite und vergibt selbst keine Kredite. Leasing- oder Sale-and-Lease-Back-Verträge vermittelt Vionor nicht. Als Alternative zum Rückmietverkauf kommt ein Betriebsmittelkredit infrage, wenn Sie Liquidität für laufende Kosten oder ein Vorhaben brauchen und die Maschinen behalten wollen.
Über Vionor fragen Unternehmen Beträge von 10.000 bis 500.000 Euro mit 6 bis 60 Monaten Laufzeit an. Die Anfrage ist kostenlos, unverbindlich und löst bei Vionor keine SCHUFA-Abfrage aus. Ob ein Angebot entsteht, welche Sicherheiten verlangt werden und zu welchen Bedingungen, entscheidet allein der Finanzierungspartner nach seiner Prüfung.
Voraussetzungen sind ein Sitz in Deutschland und mindestens sechs Monate Geschäftstätigkeit; jüngere Unternehmen können nicht anfragen. Als Orientierung gelten 50.000 Euro Jahresumsatz, darunter wird der Einzelfall geprüft. Mit einem Kreditangebot in der Hand können Sie es direkt mit einem Leasingangebot vergleichen. Hinweise für Betriebe mit eigenem Maschinenpark bietet die Seite Kredit für Produktionsbetriebe.
Worauf Sie vor einem Sale and Lease Back achten sollten
Vor einem Rückmietverkauf sollten Sie den Zweck des Geldes, die Gesamtkosten und den Ausstieg kennen. Ohne klaren Zweck verpufft die Liquidität, während die Raten bleiben. Die folgende Checkliste fasst die wichtigsten Prüfpunkte zusammen.
Vergleichen Sie zudem den Rückmietverkauf mit dem Mietkauf, wenn Sie eine neue Maschine brauchen. Beim Mietkauf geht das Eigentum mit der letzten Rate auf Sie über; Einzelheiten stehen im Ratgeber Mietkauf.
- Zweck der Liquidität festlegen und prüfen, ob er die Raten trägt.
- Eigentum an der Maschine lückenlos belegen, Rechte Dritter ausschließen.
- Marktwert unabhängig einschätzen lassen, bevor Sie den Kaufpreis akzeptieren.
- Alle Zahlungen einschließlich Restwert oder Rückkaufpreis addieren.
- Mit mindestens einem Kreditangebot über denselben Betrag vergleichen.
- Regelungen zu Wartung, Versicherung, Kündigung und Rückgabe lesen.
- Erlaubnis der Leasinggesellschaft bei der BaFin prüfen.
- Steuerliche und bilanzielle Wirkung mit der Steuerberatung klären.
Dieser Beitrag wurde mit KI-Unterstützung erstellt und vor der Veröffentlichung automatisch auf unsere redaktionellen Regeln geprüft: keine Zinsversprechen, keine Zusagen, nur geprüfte Quellen. Allgemeine Orientierung. Eine individuelle betriebswirtschaftliche, rechtliche oder steuerliche Beratung kann dieser Ratgeber nicht ersetzen.
FAQ
Häufige Fragen
Was Unternehmen zu diesem Thema am häufigsten fragen, kurz beantwortet.
Ihre Frage ist nicht dabei?
Schreiben Sie uns. Es antwortet die Person, die auch Ihre Anfrage bearbeitet.
E-Mail schreibenWas ist ein Rückmietverkauf?
Rückmietverkauf ist die deutsche Bezeichnung für Sale and Lease Back. Sie verkaufen ein eigenes Wirtschaftsgut an eine Leasinggesellschaft und leasen es zurück. So erhalten Sie den Kaufpreis als Liquidität und nutzen das Objekt weiter.
Welche Maschinen eignen sich für Sale and Lease Back?
Geeignet sind Maschinen und Anlagen mit verlässlichem Marktwert, die vollständig bezahlt und frei von Rechten Dritter sind. Dazu zählen etwa gängige Werkzeug- und Produktionsmaschinen, Fahrzeuge oder Baumaschinen. Spezialanfertigungen ohne Wiederverkaufsmarkt sind schwer zu bewerten.
Ist Sale and Lease Back teurer als ein Kredit?
Das lässt sich nicht pauschal sagen. Vergleichen Sie alle Zahlungen an die Leasinggesellschaft einschließlich Rückkaufpreis mit der gesamten Rückzahlung eines Kredits über denselben Betrag. Erst die Beträge in Euro aus echten Angeboten zeigen, welcher Weg günstiger ist.
Kann ich eine sicherungsübereignete Maschine verkaufen und zurückleasen?
Nicht ohne Weiteres, denn sie gehört zur Sicherheit dem Kreditgeber. Ein Verkauf setzt voraus, dass dieser zustimmt oder die Sicherheit freigibt, etwa nach Ablösung des Kredits. Klären Sie das, bevor Sie mit einer Leasinggesellschaft verhandeln.
Muss der Verkaufserlös versteuert werden?
Liegt der Kaufpreis über dem Buchwert, entsteht ein Buchgewinn. Wie dieser steuerlich behandelt wird und welche umsatzsteuerlichen Folgen der Verkauf hat, hängt vom Einzelfall ab. Klären Sie das vor der Unterschrift mit Ihrer Steuerberatung.
Quellen
- BDL: Sale-and-lease-back im Leasing-Lexikon(bdl.leasingverband.de)
- IHK Nord Westfalen: Liquiditätsoptimierung(www.ihk.de)
- BDL: Leasing einfach erklärt(bdl.leasingverband.de)
- BaFin: Erlaubnispflicht für Bankgeschäfte und Finanzdienstleistungen(www.bafin.de)
- § 39 AO: Zurechnung(www.gesetze-im-internet.de)
- § 449 BGB: Eigentumsvorbehalt(www.gesetze-im-internet.de)
- § 1 KWG: Begriffsbestimmungen (Finanzdienstleistungen)(www.gesetze-im-internet.de)
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