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Investition und Anschaffung

Unternehmenskauf finanzieren: Grundlagen für KMU und Nachfolger

Unternehmenskauf finanzieren: Kaufpreis, Eigenmittel, Verkäuferdarlehen, Förderkredit und Bürgschaft richtig kombinieren, mit Beispielrechnung.

Veröffentlicht am 4. Oktober 2026 · 8 Min. Lesezeit

Kurz beantwortet

Ein Unternehmenskauf wird in der Regel aus mehreren Bausteinen finanziert: Eigenmitteln, einem Bank- oder Förderkredit, oft einem Verkäuferdarlehen und bei fehlenden Sicherheiten einer Bürgschaft. Entscheidend ist, dass der Kaufpreis samt Nebenkosten und Anlaufkapital aus dem künftigen Cashflow des Betriebs getragen werden kann. Förderkredite müssen vor dem Kaufvertrag über die Hausbank beantragt werden. Planen Sie deshalb früh und mit vollständigen Zahlen.

Das Wichtigste

  • Der Finanzierungsbedarf umfasst Kaufpreis, Nebenkosten und Anlaufkapital, nicht nur den Kaufpreis.
  • Ein Verkäuferdarlehen verringert die Bankfinanzierung und zeigt, dass der Verkäufer an den Erfolg glaubt.
  • Förderkredite wie der ERP-Förderkredit Gründung und Nachfolge werden vor Vorhabenbeginn über die Hausbank beantragt.
  • Beim Kauf einzelner Vermögenswerte können Arbeitsverhältnisse, Firmenschulden und Steuern trotzdem mit übergehen.
  • Die Raten aller Bausteine müssen aus dem nachhaltigen Cashflow nach Unternehmerlohn tragbar sein.

Was muss bei einem Unternehmenskauf finanziert werden?

Finanziert werden müssen der Kaufpreis, die Nebenkosten des Kaufs und das Kapital für die ersten Monate nach der Übernahme. Viele Käufer planen nur den Kaufpreis und geraten danach in einen Engpass. Nach dem Eigentümerwechsel brauchen Sie Geld für Löhne, Ware und Lieferanten, bevor die ersten eigenen Umsätze eingehen. Zudem fallen Kosten für Beratung, Bewertung, Notar und Register an.

Häufig kommen Investitionen hinzu. Ein Betrieb, den der bisherige Inhaber über Jahre nicht modernisiert hat, braucht oft neue Maschinen, Software oder Fahrzeuge. Diese Investitionen sollten Sie vor dem Kauf erfassen und in den Finanzierungsbedarf aufnehmen. Sonst finanzieren Sie sie später unter Zeitdruck.

Ein Rechenbeispiel mit runden Beträgen zeigt die Struktur. Für einen Handwerksbetrieb wird ein Kaufpreis von 400.000 Euro vereinbart. Für Beratung und Nebenkosten plant der Käufer 20.000 Euro, für Betriebsmittel in der Anlaufphase 60.000 Euro. Der Gesamtbedarf liegt damit bei 480.000 Euro und nicht bei 400.000 Euro.

Ein Businessplan mit Planzahlen für die ersten Jahre gehört zu fast jeder Übernahmefinanzierung. Er zeigt, wie Sie den Betrieb weiterführen und woraus Sie die Raten zahlen. Halten Sie ihn deshalb vor dem ersten Bankgespräch fertig.

Aus welchen Bausteinen besteht eine Übernahmefinanzierung?

Eine Übernahmefinanzierung besteht meist aus Eigenmitteln, Fremdkapital von Banken oder Förderbanken, einem Verkäuferdarlehen und gegebenenfalls einer Bürgschaft. Jeder Baustein hat eine eigene Rolle. Eigenmittel zeigen, dass der Käufer selbst Risiko trägt. Fremdkapital deckt den Großteil, ein Verkäuferdarlehen schließt häufig die Lücke dazwischen.

Fehlen Sicherheiten, kann eine Bürgschaftsbank einen Teil des Kredits absichern. Den Antrag stellt in der Regel die finanzierende Bank. Die Bürgschaft ersetzt nicht die Prüfung und nicht die Rückzahlung, sie erleichtert nur die Entscheidung des Kreditgebers. Details beschreibt der Ratgeber Bürgschaftsbank.

Die folgende Tabelle führt das Beispiel aus dem ersten Abschnitt fort. Die Aufteilung ist nur eine von vielen möglichen Strukturen.

Beispiel: Finanzierungsstruktur für einen Gesamtbedarf von 480.000 Euro (runde Beispielbeträge)
BausteinBetragFunktion
Eigenmittel des Käufers80.000 EuroEigenes Risiko, Grundlage für Fremdkapital
Verkäuferdarlehen100.000 EuroTeil des Kaufpreises wird später gezahlt
Bank- oder Förderkredit300.000 EuroHauptfinanzierung von Kaufpreis und Investitionen
Summe480.000 EuroKaufpreis, Nebenkosten und Anlaufkapital

Wie funktioniert ein Verkäuferdarlehen?

Beim Verkäuferdarlehen stundet der Verkäufer einen Teil des Kaufpreises und erhält ihn über mehrere Jahre in Raten. Rechtlich ist das ein Darlehen des Verkäufers an den Käufer. Für den Käufer sinkt der Betrag, den er bei Banken aufnehmen muss. Für Banken ist es ein Zeichen, dass der Verkäufer dem Betrieb auch nach seinem Ausscheiden vertraut.

Banken verlangen häufig, dass das Verkäuferdarlehen hinter ihren Kredit zurücktritt. Das bedeutet: Der Verkäufer erhält seine Raten erst, wenn der Bankkredit planmäßig bedient ist, oder später als die Bank. Für den Verkäufer erhöht das das Risiko. Diese Bedingungen sollten deshalb vor dem Kaufvertrag zwischen allen Beteiligten abgestimmt sein.

Verwandt ist der Earn-out. Dabei hängt ein Teil des Kaufpreises von künftigen Ergebnissen des Betriebs ab. Das verteilt das Risiko, wenn sich Käufer und Verkäufer über den Wert nicht einig sind. Ein Earn-out braucht aber klare Kennzahlen und Regeln, sonst entsteht später Streit.

Im Beispiel zahlt der Käufer das Verkäuferdarlehen von 100.000 Euro über fünf Jahre zurück. Das sind 20.000 Euro Tilgung pro Jahr, zuzüglich der vereinbarten Zinsen. Diese Rate kommt zum Kapitaldienst für den Bankkredit hinzu und muss in der Planung erscheinen.

Welche Förderkredite gibt es für eine Unternehmensnachfolge?

Für Nachfolgen bietet die KfW den ERP-Förderkredit Gründung und Nachfolge an. Er richtet sich an Existenzgründer, Unternehmensnachfolger und junge Unternehmen, die weniger als fünf Jahre geschäftstätig sind. Gefördert werden unter anderem die Übernahme eines Unternehmens oder einer tätigen Beteiligung, Investitionen, Betriebsmittel und Warenlager. Der Antragsteller muss Teil der Geschäftsführung sein oder werden.

Nach den Angaben der KfW gibt es bis zu 500.000 Euro je Antragsteller, höchstens jedoch 35 Prozent der förderfähigen Kosten. Eine Bürgschaftsbank muss eine Garantie über 100 Prozent übernehmen, und der Kreditnehmer haftet persönlich. Wichtig ist der Zeitpunkt: Der Kredit wird über den Finanzierungspartner beantragt, bevor Sie mit dem Vorhaben beginnen. Unterschreiben Sie den Kaufvertrag also nicht vor dem Förderantrag.

Für bestehende kleine und mittlere Unternehmen, die ein anderes Unternehmen übernehmen, kommt der ERP-Förderkredit KMU in Frage. Laut Merkblatt der KfW umfasst er ebenfalls Übernahmen und Beteiligungen. Auch hier läuft der Antrag über die Hausbank. Einen Überblick über Programme und Antragsweg gibt der Ratgeber Förderkredite von KfW und ERP.

Konditionen, Programme und Höchstbeträge können sich ändern. Prüfen Sie deshalb immer den aktuellen Stand auf den Seiten der KfW und Ihrer Landesförderbank. Viele Landesförderbanken haben zusätzliche Programme für Nachfolgen.

Welche Pflichten übernehmen Sie mit dem Unternehmen?

Welche Pflichten Sie übernehmen, hängt davon ab, ob Sie Anteile oder einzelne Vermögenswerte kaufen. Beim Anteilskauf, auch Share Deal genannt, kaufen Sie die Gesellschaft mit allen Rechten und Schulden. Beim Kauf der Vermögenswerte, dem Asset Deal, übernehmen Sie Maschinen, Kundenstamm und Vorräte. Doch auch dann gehen bestimmte Pflichten gesetzlich auf Sie über.

Nach § 613a BGB treten Sie bei einem Betriebsübergang in die bestehenden Arbeitsverhältnisse ein. Führen Sie ein Handelsgeschäft unter der bisherigen Firma fort, haften Sie nach § 25 HGB für die früheren Geschäftsverbindlichkeiten, sofern keine abweichende Vereinbarung eingetragen, bekanntgemacht oder mitgeteilt wurde. Nach § 75 AO haften Sie zudem für betriebliche Steuern seit Beginn des letzten Kalenderjahres vor der Übereignung. Diese Haftung ist auf das übernommene Vermögen beschränkt.

Diese Risiken wirken direkt auf die Finanzierung. Ungeklärte Altschulden oder Steuerforderungen schmälern den Cashflow, aus dem Sie die Raten zahlen. Lassen Sie den Kaufvertrag deshalb anwaltlich und steuerlich prüfen. Eine sorgfältige Prüfung des Betriebs vor dem Kauf, die Due Diligence, ist kein Luxus, sondern Teil der Finanzierungsplanung.

Häufige Fehler bei der Finanzierung eines Unternehmenskaufs

Der folgenschwerste Fehler ist ein Kaufpreis, den der Betrieb nicht verdienen kann. Rechnen Sie, ob der nachhaltige Cashflow nach einem angemessenen Unternehmerlohn für alle Raten reicht. Im Beispiel müssen jährlich 30.000 Euro Tilgung für einen über zehn Jahre laufenden Kredit von 300.000 Euro und 20.000 Euro für das Verkäuferdarlehen aufgebracht werden, jeweils zuzüglich Zinsen. Wie Banken diese Tragfähigkeit prüfen, erklärt der Ratgeber Kapitaldienstfähigkeit.

Prüfen Sie Ihre Planung außerdem auf diese typischen Fehler. Jeder davon hat schon Übernahmen scheitern lassen, die wirtschaftlich sinnvoll waren.

  • Kaufvertrag unterschrieben, bevor der Förderkredit beantragt wurde.
  • Kein Anlaufkapital für die ersten Monate nach der Übernahme eingeplant.
  • Investitionsstau beim Verkäufer nicht in den Bedarf aufgenommen.
  • Abhängigkeit von wenigen Kunden oder vom bisherigen Inhaber unterschätzt.
  • Haftung für Altschulden und Steuern nicht vertraglich geregelt.
  • Verkäuferdarlehen ohne Abstimmung mit der finanzierenden Bank vereinbart.
  • Zu kurze Laufzeit gewählt, sodass die Raten den Cashflow übersteigen.

Wann passt eine Anfrage über Vionor zu einem Unternehmenskauf?

Eine Anfrage über Vionor passt nur in bestimmten Fällen. Vionor vermittelt Firmenkredite von 10.000 bis 500.000 Euro mit Laufzeiten von 6 bis 60 Monaten an bestehende Unternehmen mit Sitz in Deutschland und mindestens sechs Monaten Geschäftstätigkeit. Ein Gründer oder Nachfolger, der erst mit dem Kauf ein Unternehmen startet, kann deshalb nicht anfragen. Für diese klassische Nachfolgefinanzierung sind Hausbank, Förderkredite und Bürgschaftsbank der übliche Weg.

Förderkredite und Bürgschaften vermittelt Vionor nicht. Passen kann eine Anfrage dagegen, wenn ein bestehendes Unternehmen einen Betrieb oder einen weiteren Standort übernimmt und dafür einen Investitionskredit oder Betriebsmittel braucht. Auch für Investitionen oder Betriebsmittel nach einer abgeschlossenen Übernahme kann sie in Frage kommen, sobald das anfragende Unternehmen mindestens sechs Monate geschäftstätig ist. Ob ein Finanzierungspartner einen Kaufpreis mitfinanziert, entscheidet er im Einzelfall.

Vionor vermittelt die Anfrage nur und vergibt selbst keine Kredite. Zins, Zusage, Sicherheiten und Auszahlung entscheidet allein der jeweilige Finanzierungspartner nach seiner Prüfung. Die Anfrage ist kostenlos, unverbindlich und löst keine SCHUFA-Abfrage aus; der Partner kann bei seiner Prüfung Auskünfte einholen. Als Orientierung gelten 50.000 Euro Jahresumsatz, darunter wird der Einzelfall geprüft.

Branchentypische Fragen behandeln die Ratgeber Restaurant übernehmen zu Ablöse, Pacht und Erlaubnis sowie Praxisübernahme finanzieren zu Praxiswert und Zulassung. Die Grundlogik der Finanzierung ist dieselbe wie in diesem Artikel.

Dieser Beitrag wurde mit KI-Unterstützung erstellt und vor der Veröffentlichung automatisch auf unsere redaktionellen Regeln geprüft: keine Zinsversprechen, keine Zusagen, nur geprüfte Quellen. Allgemeine Orientierung. Eine individuelle betriebswirtschaftliche, rechtliche oder steuerliche Beratung kann dieser Ratgeber nicht ersetzen.

FAQ

Häufige Fragen

Was Unternehmen zu diesem Thema am häufigsten fragen, kurz beantwortet.

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Wie viel Eigenkapital braucht man für einen Unternehmenskauf?

Eine feste gesetzliche Quote gibt es nicht. Finanzierungspartner erwarten aber in der Regel einen eigenen Beitrag des Käufers, weil er damit Risiko übernimmt. Wie hoch er sein muss, hängt von Kaufpreis, Sicherheiten, Branche und Ertragskraft des Betriebs ab.

Was ist ein Verkäuferdarlehen?

Beim Verkäuferdarlehen stundet der Verkäufer einen Teil des Kaufpreises und erhält ihn in Raten. Das verringert den Bankkredit und signalisiert Vertrauen in den Betrieb. Banken verlangen häufig, dass das Verkäuferdarlehen hinter ihren Kredit zurücktritt.

Gibt es einen KfW-Kredit für die Unternehmensnachfolge?

Ja, die KfW bietet den ERP-Förderkredit Gründung und Nachfolge an. Er ist für Gründer, Nachfolger und Unternehmen unter fünf Jahren Geschäftstätigkeit gedacht. Der Antrag läuft über den Finanzierungspartner und muss vor Beginn des Vorhabens gestellt werden.

Haftet der Käufer für Schulden des Verkäufers?

Beim Kauf der Gesellschaftsanteile übernehmen Sie die Gesellschaft samt ihren Schulden. Beim Kauf einzelner Vermögenswerte können Sie bei Fortführung der Firma nach § 25 HGB und für betriebliche Steuern nach § 75 AO haften. Lassen Sie den Kaufvertrag deshalb rechtlich und steuerlich prüfen.

Kann man den Kaufpreis eines Unternehmens komplett finanzieren?

Eine vollständige Fremdfinanzierung ist die Ausnahme. Kreditgeber erwarten meist Eigenmittel oder ein Verkäuferdarlehen als Puffer. Entscheidend ist, ob der Betrieb alle Raten aus seinem nachhaltigen Cashflow tragen kann.

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